Berlin

Wall erhält erneut Auftrag für öffentliche Toiletten

Bei der Ausschreibung um die öffentlichen Toiletten hat sich in Berlin doch Wall wieder durchgesetzt. Auftrag gilt für 15 Jahre.

Eine Wall-Toilettenanlage am kudamm.

Eine Wall-Toilettenanlage am kudamm.

Foto: Markus C. Hurek / picture alliance / Markus C. Hur

Der alte Betreiber ist auch der neue: Die Firma Wall wird die nächsten 15 Jahre die öffentlichen Toiletten in Berlin betreiben. Wie der Senat am DIenstagmittag bekannt gab, habe die Senatsumweltverwaltung das Ausschreibungsverfahren mit der Erteilung des Zuschlags an Wall abgeschlossen. Die Firma setzte sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen die Konkurrenz durch.

Dennoch werde sich viel ändern. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, würden die bisherigen Toilettenanlagen durch neue ersetzt. Sie sollen demnach modern und barrierefrei sein. Die Standorte seien dabei nicht mehr abhängig von der Anzahl der Werbeanlagen, die ein Bezirk zur Verfügung stellen könne.

In einer ersten Stufe sollen in den kommenden zwei Jahren 193 neue Anlagen gebaut werden werden, das seien 23 Toiletten mehr als im Konzept geplant, so die Senatsumweltverwaltung weiter. Die 37 Toilettenanlagen im Bestand des Landes Berlin werde Wall weiter betreiben, zudem würden weitere 50 Anlagen "auf anderer Grundlage" betrieben. Insgesamt ergäben sich so 280 Anlagen in der Grundversorgung. Ab 2021 könne eine Option für eine Erweiterung um zusätzliche 86 Anlagen ausgeübt werden.

Die Senatsverwaltung betont, dass es trotz der Aufbauphase zu keiner Versorgungslücke kommen werde, da die alten Toiletten weiter betrieben würden.

Anlagen mit Wickeltischen und "mehreren Sitzplätzen"

28 Anlagen sollen Wickeltische erhalten, 85 ein zusätzliches, kostenfreies Pissoir. Zudem, so heißt es in der Mitteilung, werde es an 43 Standorten "Toiletten mit mehreren Sitzplätzen" geben. Eine speziell für Berlin entwickelte Toiletten-App soll das Finden der nächsten Toilette erleichtern, den Betriebszustand anzeigen und eine digitale Bezahlmöglichkeit bieten.

Neu ist zudem, dass der Betrieb künftig nicht mehr an Werberechte gekoppelt sein wird. Laut der Senatsverwaltung würden sich die Einnahmen aus der Werbung auf 350 Millionen Euro belaufen. Umgekehrt würden die Toiletten in der Grundversorgung 174,5 Millionen Euro kosten, für die verbesserte Versorgung etwa 243 Millionen Euro. Das ergibt einen Überschuss von 115,5 Millionen Euro in der Grundversorgung, bzw. 47 Millionen Euro bei der Erweiterungsoption, da Unterhaltung und Betrieb der Brunnen durch die Wasserbetriebe auch noch einmal mit rund 60 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) reagierte zufrieden: "Auch wirtschaftlich ist das jetzt zum Abschluss gebrachte Verfahren ein riesiger Erfolg für Berlin", ließ sie mitteilen.

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