Berlin

Erst Schüsse, dann Angriff auf Lokal

Zwei große Polizeieinsätze innerhalb weniger Stunden hielten am Donnerstag die City West in Atem

Etwa zehn Männer haben sich unter den Platanen auf dem Adenauerplatz versammelt. Es war gegen 17.25 Uhr, der Feierabendverkehr toste den Kurfürstendamm herauf. Der Auftrag der Männer schien klar. Sie riefen den Betreiber des Restaurants „Buffalo Grill“ zu sich auf den Platz. Als der sich weigerte, zerrten sie ihn nach draußen. Ein Augenzeuge will gesehen haben, wie mit einem Schlagstock gedroht wurde. Dann ging es ganz schnell. Geschrei, Gerangel, Handgreiflichkeiten. Schließlich lagen zwei Männer auf dem Boden, ihr Blut rann auf den Bürgersteig. So berichteten es Passanten wenig später der Polizei.

Die rückte wenige Minuten nach der Tat am Adenauerplatz an. Etwa 80 Einsatzkräfte, Funkwagen, Beamte des Landeskriminalamtes, Mordkommission. Laut Morgenpost-Informationen könnte es sich bei den Tätern um Männer aus dem Milieu arabischstämmiger, krimineller Großfamilien handeln. „Das war ein ganz gezielter Angriff“, sagte ein Polizeisprecher am Einsatzort.

Zwei der rund zehn Angreifer erlitten schwere Schnittverletzungen. Sie machten ein paar Schritte auf der Wilmersdorfer Straße in Richtung Norden. Eine Augenzeugin berichtete: „Ich habe gesehen, wie zwei Männer sich um einen verletzten Mann am Boden gekümmert haben.“ Sie habe die Polizei und Feuerwehr gerufen, sei zu dem Verletzten geeilt und habe versucht, Erste Hilfe zu leisten. „Dann kamen noch zwei Männer, einer davon hat am Bauch geblutet.“

Die zwei Verletzten wurden noch vor Ort medizinisch behandelt und in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Wenig später nahm die Polizei drei weitere mutmaßliche Angreifer in der Nähe der Sybelstraße fest. Der Rest der Männer konnte fliehen.

Man werde jetzt unter anderem ermitteln, wer für die Schnittverletzungen der Angreifer verantwortlich sei und welche Rolle der Besitzer des Restaurants im Milieu spiele, so der Polizeisprecher. Gegen 18.30 Uhr war der Tatort weiträumig abgesperrt. Mit Kreide gezeichnete Nummern und kleine Blutflecken waren auf dem Boden zu sehen. An die 50 Menschen beobachteten die Arbeit der teils schwerbewaffneten Polizisten. Die durchsuchten unter anderem ein Internetcafé und ein weiteres Restaurant. Noch bis in die Nacht hinein war die Polizei mit der Spurensicherung und der Rekonstruktion der Ereignisse vom Donnerstag beschäftigt.

Es war nicht der erste große Polizeieinsatz in der City West an diesem Nachmittag. Kurz davor und etwa 900 Meter entfernt war ein VW-Passat über eine rote Ampel gefahren. Polizisten hielten das Auto gegen 16.15 Uhr an der Joachim-Friedrich-Straße auf. Bei der Kontrolle ergriff der Fahrer die Flucht, schliff eine Polizistin kurz mit und verletzte einen weiteren Beamten leicht. Daraufhin feuerte die Polizei einen Schuss auf einen Hinterreifen des Wagens ab, wie ein Sprecher später sagte. Dem Fahrer gelang die Flucht, die Polizei hatte den Wagen trotz des Einsatzes eines Hubschraubers kurze Zeit später aus den Augen verloren. Bei dem Geflüchteten soll es sich laut zurückgelassener Papiere um einen 33-Jährigen handeln.

Einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten sah die Polizei am Donnerstagabend nicht.