Berlin

Kinder-Drama am Badesee in Lichtenberg

Eine Zwölfjährige befindet sich nach einem Schwimmunfall in Lebensgefahr

Dienstagnacht war es still am Malchower See in Lichtenberg; weit und breit war kein Mensch zu sehen. Auffallend war nur ein Mast mit einem Rettungsring in der Nähe des Ufers. Oft werden sie nicht wahrgenommen – doch gerade in den Sommermonaten, wenn wieder mehr Menschen schwimmen gehen, können sie zum Lebensretter werden.

Nur wenige Stunden zuvor wäre ein zwölfjähriges Mädchen in dem Gewässer fast ertrunken. Die Feuerwehr wurde gegen 17.20 Uhr gerufen und traf daraufhin mit 35 Feuerwehrleuten, einem Rettungswagen und einem Rettungshubschrauber an dem See ein. Im Wasser bildeten die Rettungskräfte eine Kette, um die Ertrinkende ausfindig zu machen und anschließend an Land zu ziehen. Dort wurde das bewusstlose Kind mithilfe einer Herzdruckmassage und einer Atemspende wiederbelebt und ins Krankenhaus gebracht. Am Mittwoch befand es sich weiterhin in Lebensgefahr.

Wie die Polizei mitteilte, war die Zwölfjährige mit einem elfjährigen Mädchen baden. Eine achtjährige Nichtschwimmerin soll ebenfalls im Wasser gewesen sein und habe den Halt verloren. Es wird davon ausgegangen, dass sie sich dann an den anderen beiden Mädchen festgehalten hat. Dabei wurde das zwölfjährige Mädchen mehrmals unter Wasser gedrückt. Das elfjährige Mädchen konnte sich an Land retten und Hilfe holen. Ein Passant konnte die Achtjährige mit einem Rettungsring aus dem Wasser holen. Warum genau ihre zwölfjährige Begleiterin unterging und wie lange sie unter Wasser war, ist noch unklar.

Eine Straftat schloss die Polizei am Mittwoch zunächst aus. Es wird davon ausgegangen, dass die Kinder ohne ihre Eltern am See waren. „Wir prüfen, ob die Aufsichtspflicht verletzt wurde“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Wie an allen Seen, die nicht in der Berliner Badegewässerverordnung aufgeführt sind, ist das Baden am Malchower See verboten. Wer trotzdem ins Wasser geht, tut das auf eigene Gefahr.

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