Weltmeisterschaft

Das sind die passenden Snacks zur Fußball-WM

Es müssen nicht immer Erdnüsse sein. Rezepte aus der WM-Gruppe F mit Mexiko, Schweden, Südkorea und Deutschland.

Original mexikanisches Essen gibt es bei Anthony Sanchez in seinem Kreuzberger Restaurant „Santa Maria“

Original mexikanisches Essen gibt es bei Anthony Sanchez in seinem Kreuzberger Restaurant „Santa Maria“

Foto: Maurizio Gambarini

Alle vier Jahre, pünktlich zum Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft, gibt es immer wieder die gleiche drängende Frage: Wo wird das Spiel am besten geschaut? Gemütlich zu Hause oder in der Gruppe mit Freunden? Wie man sich auch entscheidet: Ab Donnerstag wird für einen Monat lang wieder öfters gemeinsam geglotzt, gejubelt, geflucht – und gegessen. Aber welchen Snack isst man am besten passend zum Spiel? Und was wird dazu getrunken?

Deutschland startet am Sonntag um 17 Uhr in das Turnier. Der erste Gegner ist Mexiko. Dann heißt es: Der Weltranglisten Erste tritt gegen den 15. an. Das klingt eigentlich nach einem klaren Vorteil für Deutschland. Aber wie sieht es kulinarisch aus? Wer hat hier die Nase vorn beim Duell um die Welt? Und was isst man eigentlich in den anderen beiden Ländern der deutschen Vorrundengruppe, Schweden und Südkorea? Die Berliner Morgenpost hat interessante Snacks aus den vier Ländern zusammengetragen. Denn eins ist ja wohl klar: Essen ist wie ein guter Fußballkommentator, der, wenn es auf dem Rasen für die eigene Mannschaft schlecht läuft, das Spiel zwar nicht herumreißen, aber wenigstens für gute Stimmung sorgen kann.

Deutschland

Im Land des amtierenden Weltmeisters hat praktisch jede Familie ein ganz eigenes kulinarisches Fußball-Ritual. Die einen schwören auf Kartoffelsalat, die anderen auf Buletten und wieder andere grillen. Wer seine WM-Gäste aber mal mit was Neuem überraschen möchte, kann sich an den neuesten Food-Trend halten: Beef Jerky. Und das ist auch noch ganz einfach selbst zuzubereiten.

Zunächst die Marinade: Dafür mischt man 150 Milliliter Worcestersoße, 200 ml Sojasoße, vier Knoblauchzehen, 1,5 Teelöffel Salz, 1,5 Teelöffel Pfeffer und drei Esslöffel Ketchup zusammen. Danach schneidet man ein Kilogramm Rindfleisch in dünne Streifen, legt es in die Marinade – und dann ab in den Kühlschrank, für mindestens vier Stunden. Danach wird das Fleisch gründlich mit einem Küchentuch abgetrocknet und auf einem Ofenrost für sechs bis neun Stunden bei 45 Grad im Backofen getrocknet. Danach muss das Fleisch auskühlen, am besten in einer Dose oder einem Plastikbeutel. Damit sich der Geschmack optimal entwickeln kann, sollte man das Beef Jerky noch zwei bis drei Tage ruhen lassen.

Zugegeben: Die mehrtägige Zubereitung dauert zwar relativ lang. Aber wenn Sie jetzt mit dem Trocknen und Marinieren anfangen, können Sie ihr selbst hergestelltes Beef Jerky pünktlich zum Anpfiff am Sonntag auftischen. Außerdem ist Trockenfleisch schon deshalb der perfekte WM-Snack, weil man es mit den Fingern essen kann. Besteck ist immer hinderlich, wenn ein Tor fällt und man spontan die Arme in die Luft reißen möchte.

Getrunken wird dazu hippes Bier – zum Beispiel Craftbier. Und das ist nun ganz einfach zuzubereiten: Kühlschrank auf, Lieblings-Craftbier raus, Kronkorken ab, und rein in das Glas.

Mexiko

Der erste Gruppengegner Deutschlands 2018 heißt Mexiko. Die Südamerikaner sind für ihre Heißblütigkeit und Leidenschaft bekannt. Volkssport ist „Lucha Libre“ – Wrestling. Dabei tragen die Kämpfer, die „Luchadoren“, angsteinflößende Gesichtsmasken und verrückte Kostüme. Klar, dass es die Mexikaner auch kulinarisch feurig mögen.

Zum Beispiel bei ihren National-Snack: Guacamole. Dafür werden zerdrückte Avocados mit Chilis, Knoblauch, Schalotten, Limetten und klein geschnittenen Tomaten vermischt. Anschließend wird mit Salz, Pfeffer und Koriander abgeschmeckt. Zum Dippen eignen sich zum Beispiel die dreieckigen Tortilla-Chips aus Mais. Dazu kann man im Supermarkt Mais- oder Weizenfladen kaufen, in Dreiecke schneiden und in Rapsöl frittieren. Anschließend die Tortilla-Chips in eine Schüssel geben und salzen. Wer mag kann sie auch noch mit etwas Limettensaft beträufeln.

Geschlürft wird dazu stilecht eine Margarita – was übersetzt „Gänseblümchen“ heißt. Aber Vorsicht! So harmlos wie der Name kommt der Cocktail nicht daher. Die Grundlage ist hochprozentiger Tequila-Schnaps. Dazu wird Orangenlikör und Limettensaft gemixt und in einem vorgekühlten Glas mit Salzrand serviert. Wem zuvor von der scharfen Guacamole nicht warm wurde, den erwärmt dieser Cocktail sicher von innen.

Schweden

Was dem Berliner die Bulette ist, ist dem Schweden sein Köttbullar. Spätestens in den schwedischen Möbelhäusern hat man die ersten Erfahrungen mit dem Hackfleischbällchen gemacht. Sie passen perfekt in den Mund und sind super leicht zu machen – perfekt für ein WM-Abend. Zubereitet werden Köttbullar wie Frikadellen, aus fein zerkleinertem Hackfleisch, Ei, Paniermehl und Zwiebeln. Dabei wird das Paniermehl in Milch oder Sahne eingeweicht, die fein gehackten Zwiebeln werden angedünstet. Gewürzt werden Köttbullar mit Salz und Pfeffer. Übrigens: Traditionell werden Köttbullar aus Elchfleisch zubereitet.

Doch wer an Schweden denkt, dem sollten nicht nur Köttbullar und Ikea durch den Kopf schießen. Denn Schweden zählt zu den Ländern mit den teuersten Alkoholpreisen. Bier ist dort etwa fünfmal so teuer wie hier. Doch die Skandinavier wissen sich zu helfen. Um den teuren Alkoholpreisen auszuweichen, schwören viele auf Snus, einem Kautabak in verschiedenen Geschmacksorten. Snus ist gerade der Hit in Schweden und wird laut Statistiken mittlerweile häufiger konsumiert als Zigaretten.

Südkorea

Das ostasiatische Land hatte 2002 die Ehre, als Gastgeberland die Weltmeisterschaft auszutragen. Spätestens seit damals wissen Fußballfans: Südkorea ist eine Hochburg für außergewöhnliche Speisen und Getränke. Überraschenderweise sind die aber der deutschen Küche gar nicht so unähnlich: Alle kennen das typisch-deutsche Eierbrötchen. Schrippe aufschneiden, gekochtes Ei in Scheiben schnippeln, rauf damit und fertig ist der Imbiss. Das Problem: Man bekleckert sich leicht mit Ei, wenn man sich über die falsche Entscheidung des Schiris aufregt. Wer auf sein Eibrötchen trotzdem nicht verzichten möchte, kann die koreanische Version testen: „Gyeran Bbang“, übersetzt als „Eierbrötchen in Muffinform“ – und die Koreaner fahren total darauf ab.

Die gute Nachricht für neugierige Berliner: Man muss nicht extra nach Seoul fliegen, um die Zutaten zu besorgen. Alles, was man zum Backen braucht, findet man ganz leicht in Berliner Supermärkten. Das Rezept ist sehr einfach und nimmt maximal 15 Minuten in Anspruch.

Für die Zubereitung benötigt man: 120 Gramm Mehl, 180 ml Buttermilch, 2 Teelöffel geschmolzene Butter, 2 Teelöffel Zucker, 7 Eier (1 für den Teig, 6 als Füllung), 1 Teelöffel Backpulver, eine Prise Salz und etwas zum Draufstreuen (z.B. Käseraspeln). Zunächst vermischt man alle festen Zutaten und gibt dann nach und nach die flüssigen hinzu. Jedes Muffinförmchen befüllt man dann mit vorerst einem Drittel des Teiges. Danach schlägt man ein Ei drauf und gibt vorsichtig den Rest des Teiges in die Förmchen. Bei 200 Grad kommt das ganze für 12–15 Minuten in den Backofen. Fertig!

Vor dem Spiel trinken die Südkoreaner dazu gern den Reisschnaps Soju. Der gilt durch seinen günstigen Preis und seine große Konsumweite als das beliebteste alkoholische Getränk in Korea und ist sogar der bestverkaufte Schnaps weltweit – 90 Millionen Kisten werden pro Jahr verkauft. Er wird hauptsächlich aus Reis hergestellt und hat einen Alkoholanteil von knapp 20 Prozent. Man kann ihn sowohl kalt als auch warm genießen. Südkorea ist der dritte Gruppengegner von Deutschland, am 27. Juni treten die beiden gegeneinander an. Dann fiebert wieder ganz Deutschland mit – dieses Mal dann vielleicht mit einer Flasche Soju anstatt Bier? Soju, ab 3,90 Euro unter ww.nanuko.de.

Dekoration

Für welchen landestypischen Snack Sie sich auch entscheiden: Die Dekoration für den WM-Abend können die Kinder übernehmen. Sie werden die ausgefallensten Ecken für schwarz-rot-goldene Girlanden finden. Oder Fußbälle auf Pappe malen und sie dann ausschneiden – als Untersetzer für die Gläser. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, wie man eine WM-Fahne bastelt oder Popcorntüten, die man mit buntem Klebeband in der Farbe seiner Lieblingsmannschaft verziert.

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