Diskussion

Morgenpost-Leserforum: „Wie sicher ist Berlin?“

Am 20. Juni lädt die Morgenpost zur Podiumsdiskussion über Kriminalität. Melden Sie sich jetzt zur Veranstaltung an.

Umfrage: So sicher fühlen sich Berliner in der Hauptstadt

Der Nollendorfplatz ist einer der acht kriminalitätsbelasteten Orte Berlins. Wir haben Passanten gefragt: Wie sicher fühlen Sie sich in Berlin?

Umfrage: So sicher fühlen sich Berliner in der Hauptstadt

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Die Anwohner des Leopoldplatzes und des Kleinen Tiergarten können sich etwas sicherer fühlen. Denn die Zahl der dort verübten Straftaten sei zurückgegangen, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Behörde führe die Quartiere daher nicht mehr als sogenannte Kriminalitätsbelastete Orte (KBO). Als solche werden Plätze oder Straßenzüge eingestuft, an denen sich besonders viele oder besonders schwere Straftaten ereignen und die Polizei sich daher weitgehende Eingriffsrechte zubilligt.

Zuletzt gab es zehn solcher KBO. Mit der Ausstufung des Weddinger Leopoldplatzes und des Kleinen Tiergarten in Moabit sind es noch acht. Weiter auf der Liste stehen der Alexanderplatz, das Viertel Schöneberg-Nord, der Görlitzer Park, die Gegend an der Warschauer Brücke, das Kottbusser Tor, ein Teil der Hermannstraße, der Hermannplatz und ein Teil der Rigaer Straße. Hier kann die Polizei Menschen auch unabhängig von einem konkreten Verdacht kontrollieren und weitere Kompetenzen nutzen, die sie an anderen Stellen der Stadt nicht hat.

Leser können unseren Experten Fragen stellen

Welche Straftaten nehmen zu, welche ab? Ist unser Leben gefährlich geworden? Verfolgen der Senat und die Polizei die richtigen Strategien? Brauchen wir mehr Videoüberwachung öffentlicher Plätze? Und wie groß ist die Terrorgefahr in Berlin? Kriminalität und Sicherheit sind Top-Themen, die vielen Fragen, die sich dabei stellen, ein guter Grund, sich mit der Situation und Lösungsvorschlägen in einem öffentlichen Forum zu beschäftigen. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am Mittwoch, 20. Juni, aus erster Hand zu informieren und mit unseren Experten zu diskutieren.

Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Wie sicher ist Berlin?“. Es beginnt um 19 Uhr im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A (Charlottenburg). Das Podium ist wieder hochkarätig besetzt. Es diskutieren: Innensenator Andreas Geisel (SPD), Berlins neue Polizeipräsidentin Barbara Slowik, der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Justizsenator Thomas Heilmann, Martina Linke, stellvertretende Landesvorsitzende des Vereins Weißer Ring, sowie der Innen- und Extremismusexperte der Berliner Morgenpost, Ulrich Kraetzer. Moderator ist Hajo Schumacher, Publizist und Kolumnist der Berliner Morgenpost.

Nach der etwa 70 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Teilnehmer im Publikum Fragen stellen und mitdebattieren. Die Teilnahme an unserem Leserforum ist wie immer kostenlos. Sie müssen sich allerdings zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, lesen Sie im Infotext rechts. Wir möchten am 20. Juni über die Alltagskriminalität in den Kiezen der Stadt sprechen und über den Personalbedarf der Polizei. Jugendliche Serientäter sollen ebenso ein Thema sein wie kriminelle Clans. Zudem wollen wir den Blick auf die Opfer von Kriminalität lenken sowie auf die Hilfe, die der Verein Weißer Ring für sie leistet. Die Frage, wie der öffentliche Raum geschützt werden kann und wie die Verantwortlichen, aber auch wir alle, mit einer abstrakten Terrorgefahr umgehen, spielt ebenfalls eine Rolle beim Leserforum.

Kooperation zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft

Im Innenausschuss am Montag berichteten Innensenator Geisel sowie der Leiter der Staatsanwaltschaft Jörg Raupach von einer aus ihrer Sicht verbesserten Zusammenarbeit zwischen Polizei und Anklagebehörde. Die Ermittler der Polizei würden die Staatsanwälte zum Beispiel über bandenmäßiges Vorgehen von Taschendieben informieren. Die Staatsanwälte würden die Polizei im Gegenzug über Defizite bei der Bearbeitung unterrichten, die hinderlich für das Erwirken von Haftbefehlen oder die Erstellung von Anklagen seien.

Vor allem am Alexanderplatz werde die Zusammenarbeit intensiviert. Wie berichtet, setzt die Staatsanwaltschaft hier einen Dezernenten ein, bei dem alle Fälle zusammenlaufen. „Der Kollege ist Tag und Nacht erreichbar“, sagte Raupach. Die Polizei setzt eine eigene Ermittlungsgruppe ein und zeigt mit der neuen Polizeiwache auf dem Platz Präsenz. Polizeipräsidentin Slowik sagte, es seien 14 Polizeibeamte im Einsatz.

Der Alexanderplatz ist zwar weiterhin als „kriminalitätsbelasteter Ort“ eingestuft. Die Zahl der Straftaten auf dem Platz ging zuletzt aber deutlich zurück. Probleme gebe es weiterhin mit Gewaltdelikten, Betäubungsmittelhandel und Sexualdelikten. Die schon seit Längerem angekündigten fünf mobilen Wachen, die an weiteren problematischen Orten zum Einsatz kommen sollen, würden Ende dieses Monats vorgestellt werden, sagte Innensenator Geisel.

Die CDU scheiterte in der Ausschusssitzung mit ihrer Forderung, die sogenannte Schleierfahndung wieder einzuführen. Der damalige rot-rote Senat hatte die Möglichkeit für die anlassunabhängigen Verdachtskontrollen 2004 abgeschafft. Dabei bleibt es. SPD, Linke und Grüne lehnten den CDU-Antrag zur Wiedereinführung mit ihrer Mehrheit ab. Staatssekretär Akmann sagte, die Maßnahme sei seinerzeit nicht erfolgreich gewesen. Der CDU-Innenexperte und designierte Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger bezeichnete sie angesichts einer gestiegenen Terrorgefahr und gewachsener sicherheitspolitischer Herausforderungen dagegen als notwendige Angleichung an die Regelungen fast aller anderen Bundesländer.

So nehmen Sie teil

Ort und Zeit Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Wie sicher ist Berlin?“ beginnt am Mittwoch, 20. Juni, um 19 Uhr im Kinocenter Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert ungefähr zwei Stunden.

Anmeldung Die Teilnahme ist für die Leser unserer Zeitung kostenlos. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin oder per Fax an die Nummer 030/887 27 79 67. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost sollten bitte ihre Abo­nummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Anmeldungen müssen spätestens bis Dienstag, 19. Juni, um 12 Uhr vorliegen. Sie werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet.

Anfahrt Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im nahen Umfeld und auf dem Hardenbergplatz.

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