Polizei

In Berlin gibt es jetzt weniger kriminalitätsbelastete Orte

Zwei von bisher zehn kriminalitätsbelasteten Orten in Berlin wurden gestrichen. Die Zahl der Straftaten sei dort zurückgegangen.

Serie Berlins Orte höchster Kriminalität: Am Kottbusser Tor hat sich die Zahl der Straftaten seit 2008 fast verdoppelt. Besonders auffällig ist die massive Zunahme des Drogenhandels am Kottbusser Tor.

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Berlin. Die Berliner Polizei hat ihre Liste der sogenannten kriminalitätsbelasteten Orte (kbO) in der Stadt verkleinert. Inzwischen gebe es nur noch acht statt wie bisher zehn derartig definierte Orte, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Leopoldplatz in Wedding und der Kleine Tiergarten seien von der Liste gestrichen worden, weil die Zahl der dort verübten Straftaten zurückgegangen sei.

Weiter auf der Liste stehen: Alexanderplatz, Schöneberg-Nord (zum Beispiel Nollendorfplatz), Görlitzer Park, Warschauer Brücke, Kottbusser Tor, ein Teil der Hermannstraße, Hermannplatz und ein Teil der Rigaer Straße. An diesen kriminalitätsbelasteten Orten hat die Polizei mehr Befugnisse und kann etwa Menschen unabhängig von einem konkreten Verdacht kontrollieren.

Ein kriminalitätsbelasteter Ort – was ist das eigentlich?

Definition Ein kriminalitätsbelasteter Ort (kbO) ist ein Gebiet, in dem Straftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden. Darunter fallen zum Beispiel Raubtaten, Brandstiftungen, gefährliche Körperverletzungen sowie gewerblicher und bandenmäßiger Taschendiebstahl. Häufig werden diese Straftaten organisiert begangen.

Anzahl In Berlin gibt es nun noch acht kriminalitätsbelastete Orte. In der Direktion 4 sind es Bereiche von Schöneberg, insbesondere rund um den Nollendorfplatz, und Teile des "Regenbogenkiezes". In der Direktion 5 haben der Görlitzer Park, die Warschauer Brücke, das Kottbusser Tor, Teile der Hermannstraße, des Hermannplatzes und der Rigaer Straße diesen Status.

Geheimhaltung Noch vor wenigen Jahren gab es in Berlin mehr als 20 kriminalitätsbelastete Orte. SPD, Grüne und Linke hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, diese Orte zu veröffentlichen. In der Vergangenheit hatte es die Innenbehörde stets abgelehnt, die Orte zu veröffentlichen.

Rechte An kriminalitätsbelasteten Orten darf die Polizei verdachtsunabhängig Wohnungen durchsuchen oder Personalien feststellen. Jeder kbO hat laut Polizei seine ganz eigene spezifische Kriminalitätslage. Im Görlitzer Park ist es etwa der Rauschgifthandel und die damit einhergehende Gewaltkriminalität. Am Alexanderplatz werden viele Rohheitsdelikte registriert. An der Rigaer Straße gibt es vermehrt Angriffe auf Polizisten, Brandstiftungen und Sachbeschädigungen.

Einstufung Was zum kbO erklärt wird, entscheiden die örtliche Direktion des LKA, das Justiziariat und der Stab des Präsidenten. Sobald die Zahl der dort erfassten Straftaten zurückgeht und sich die Sicherheitslage in diesem Bereich nachhaltig verbessert, wird der Status "kbO" auch wieder aufgehoben.

Ort der Extreme: Berlin Alexanderplatz