Basketball

Alba unterliegt Bayern: "Haben Charakter gezeigt"

Die Berliner verloren das dritte Spiel der Best-of-five-Serie im Münchner Audi-Dome mit 66:72.

Devin Booker (M) vom FC Bayern legt gegen Spencer Butterfield (l) und Luke Sikma (r) von Alba den Ball in den Korb.

Devin Booker (M) vom FC Bayern legt gegen Spencer Butterfield (l) und Luke Sikma (r) von Alba den Ball in den Korb.

Foto: dpa

München. Alba steht mit dem Rücken zur Wand, den Basketballern vom FC Bayern fehlt hingegen nur noch ein Sieg zur deutschen Meisterschaft. Die Berliner verloren das dritte Spiel der Best-of-five-Serie im Münchner Audi-Dome mit 66:72 (29:46). Ein großartiges Comeback nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit reichte nicht. Nach Albas 106:95 nach Verlängerung und der 69:96-Heimniederlage führen die Münchner in der Serie jetzt mit 2:1 und haben am kommenden Mittwoch in der Mercedes-Benz Arena (20 Uhr, Telekomsport) den ersten Matchball. Sollte Alba diesen abwehren, würde die Meisterschaft am darauffolgenden Sonnabend in München im fünften Spiel endgültig entschieden. Dazu allerdings müssten die Berliner in Spiel vier 40 Minuten lang am absolut obersten Limit spielen, in etwa so, wie in der zweiten Halbzeit am Sonntagabend, die sie mit 37:26 für sich entschieden.

„Als wir schlecht waren, haben wir nicht aufgegeben und Charakter gezeigt“, resümierte Albas Coach Aito Reneses, der mit Blick auf die schwache Trefferquote seines Teams rätselte, ob seine Mannschaft im ersten Spiel vielleicht „ihr Pulver verschossen hat“. Da hatte Alba 16 von 25 Dreiern getroffen (64 Prozent), in Spiel drei fanden nur fünf von 19 (26%) ihr Ziel. Dennoch würde er in dieser Serie „sehr gern noch mal nach München zurückkehren“, sagte Spaniens Trainerlegende.

Alba war für Dennis Clifford mit Bogdan Radosavljevic in die Partie gestartet, der im zweiten Spiel in Berlin mit 14 Punkten bester Werfer seines Teams gewesen war. Zu einer weiteren Umstellung wurde Coach Reneses dann bereits nach 1:45 Minuten gezwungen. Spielmacher Peyton Siva hatte sich beim Kampf um einen freien Ball gegen Stefan Jovic den kleinen Finger ausgekugelt, kehrte aber nach knapp sechs Minuten, von Mannschaftsarzt Moritz Morawski eingerenkt, wieder zurück und verkürzte dann auch prompt auf 8:14.

Reggie Redding trifft vier Dreier in gut vier Minuten

Während der Behandlung hatte, anders als in den beiden Spielen zuvor, kein Team gleich zu Beginn den Gegner klar dominiert. Alba parierte die physische Gangart besser als bei der klaren Heimniederlage drei Tage zuvor, tat sich aber immer schwer, in dem von den Bayern etablierten langsameren Spiel zu Punkten zu kommen. In den Plänen beider Mannschaften waren zudem einfache Punkte des Gegners nicht vorgesehen, dementsprechend oft war das sehr zerfahrene Spiel schließlich auch unterbrochen.

Albas Neun-Punkte-Rückstand nach dem ersten Viertel (16:25) hielt sich noch in Grenzen, zumal er nach Albas erstem Dreier durch Luke Sikma wieder auf 10:26 (12.) zusammengeschmolzen war. Dann allerdings schockten ausgerechnet zwei ehemalige Berliner Publikums-Lieblinge die mitgereisten 400 Alba-Fans, die durch 50 Ulmer Sympathisanten unterstützt wurden. Während sich Alba weiterhin in der Offensive schwer tat, versenkte Reggie Redding, der auf 18 Punkte kam, in etwas mehr als vier Minuten vier Dreier. Nachdem Albas ehemaliger Kapitän Alex King dann mit einem weiteren Distanzwurf zum Halbzeitstand von 29:46 nachgelegt hatte, gingen die Platzhirsche mit breiter Brust und die Berliner im Gegensatz dazu mit gesenkten Köpfen in die Kabine.

Wenn eine Mannschaft, die in den ersten beiden Play-off-Runden durchschnittlich 96,6 Punkte machte, nach 20 Minuten lediglich 29 Punkte auf dem Konto hat, spricht das Bände. Vor allem über die Verteidigung der Bayern, die wie schon in Berlin Albas Schützen kaum die Luft zum Atmen ließ, wenn sie nicht schon bereits die Passwege zu ihnen verstellt hatten.

Am Ende wird es doch noch einmal unerwartet eng

Nach dem eigentlich schon vorentscheidenden 29:50 (21.) wurde die Partie unerwartet enger und enger. „Bis dahin hatten die Bayern wieder einen sehr guten Job gemacht, uns ihr Tempo aufzuzwingen“, erklärte Siva. Trotz seines dick getapten kleinen Fingers war er mit 15 Punkten hinter Spencer Butterfield (16) zweitbester Berliner Werfer. „In der Pause haben wir uns in der Kabine darauf eingeschworen, frei und unser Spiel zu spielen“, erklärte Albas Spielmacher. Angeführt von Stefan Peno erzwangen die Berliner in der zweiten Halbzeit 14 der insgesamt 27 Münchner Ballverluste, sie selbst leisteten sich 17. Nach Butterfields Dreier 40 Sekunden vor Schluss zum 66:70 schien sich Alba sogar zu belohnen. Aber ein umstrittenes unsportliches Foul von Luke Sikma, das den Bayern zwei Freiwürfe und Ballbesitz bescherte, rettete München den Sieg. Jetzt bleibt nur, „den Schwung dieser Aufholjagd mit ins nächste Spiel zu nehmen“, sagt Siva. Sikma ergänzte: „Wir hatten keine gute erste Hälfte, aber sind zurückgekommen. Das müssen wir mitnehmen in das nächste Spiel.“