Extremismus

200 protestieren friedlich gegen "Frauenmarsch"

Im Februar wurde der erste rechtspopulistische Frauenmarsch zum Kanzleramt blockiert. Das konnte die Organisatorin nicht davon abhalten, es ein zweites Mal zu probieren.

Protest gegen den "Frauenmarsch" rechtspopulistischer Gruppierungen.

Protest gegen den "Frauenmarsch" rechtspopulistischer Gruppierungen.

Foto: dpa

Berlin. In Berlin-Kreuzberg haben am Mittag 200 Menschen gegen den zweiten rechtspopulistischen "Frauenmarsch zum Kanzleramt" demonstriert. Zu dem Marsch, der von AfD-Mitglied Leyla Bilge angemeldet wurde, kamen den Beamten zufolge 300 Menschen. Wie Augenzeugen berichteten, waren die Hälfte der Teilnehmer männlich. Demonstriert wurde nach Angaben der Organisatorin für die "Wiederherstellung von Schutz und Sicherheit in Deutschland". Das Motto lautete: "Wir sind kein Freiwild! Nirgendwo!"

Zu dem Gegenprotest am Mehringplatz unweit des Marsches hatten Anwohner, Initiativen und Parteien aufgerufen. Die Organisatoren warfen der Demo "blanken Rassismus" und die "zynische Instrumentalisierung von Frauenrechten" vor. "Schluss mit dem rechten Terror!" und "Rassismus ist keine Alternative" war auf den Transparenten zu sehen.

Bei dem Frauenmarsch war die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld zu sehen. Viele Teilnehmer trugen Deutschland-Fahnen und weiße Kreuze. Nach 15 Uhr setzte sich die Demo vom Halleschen Tor in Bewegung Richtung Kanzleramt. Die Polizei sicherte die Strecke mit 1400 Beamten ab. Da zeitgleich weitere Veranstaltungen stattfanden, erhielt die Berliner Polizei Unterstützung aus anderen Bundesländern. 2800 Beamte waren insgesamt am Samstag über die Stadt verteilt im Einsatz.

Zu beiden Veranstaltungen seien laut Polizei weit weniger Menschen gekommen als angekündigt. Der erste "Frauenmarsch" im Februar war von hunderten Menschen blockiert worden, sieben Polizisten wurden damals verletzt. 1500 hatten insgesamt gegen den Marsch laut den Beamten demonstriert.

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