Einheitswippe

Neue Idee für Einheitsdenkmal: Wippe vor dem Bundestag?

Eigentlich ist das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin endlich auf den Weg gebracht. Doch ein Verein hat einen neuen Vorschlag.

Eine Simulation  des Einheitsdenkmals am bislang geplanten Standort vor dem Stadtschloss

Eine Simulation des Einheitsdenkmals am bislang geplanten Standort vor dem Stadtschloss

Foto: dpa Picture-Alliance / Milla & Partner / picture alliance / dpa

Berlin. Neue Idee für das in Berlin geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal: Nach Meinung des Berliner Vereins Historische Mitte sollte die sogenannte Einheitswippe auf der Wiese vor dem Reichstag statt am wiederaufgebauten Berlin Schloss entstehen.

Der Platz der Republik sei momentan „schrecklich leer“, an dem vorgesehenen Standort zwischen Schloss und Spreekanal hingegen sei es insbesondere bei Großveranstaltungen viel zu eng, sagte die Vereinsvorsitzende Annette Ahme dem „Tagesspiegel“.

Unterstützung kommt von der Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Eva Högl: „Das ist eine sehr charmante Idee“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Das Einheitsdenkmal würde sich ihrer Ansicht nach gut einfügen in die Planungen für den Platz der Republik, wo ein neues Besucherzentrum für den Bundestag entstehe und ein Bürgerforum geplant sei. „Das könnte ganz gut passen.“ Dass das Denkmal, das an die friedliche Revolution in der DDR erinnern soll, dann im früheren Westteil Berlins liegen würde, sei aus ihrer Sicht wegen der Nähe zur früheren Mauer am Reichstag kein Problem.

Beschluss zum bestehenden Standort gilt weiterhin

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verwies auf dpa-Anfrage darauf, dass es zum Standort des Denkmals einen eindeutigen Beschluss des Bundestages gebe. „Der gilt weiterhin.“ Auch Högl räumte ein, das die Planungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen seien, sie wolle sich nicht auf den Weg machen, das alles wieder aufzurollen. Es handele sich vielmehr um einen Denkanstoß: „Ich freue mich, dass darüber diskutiert wird.“

Über das Projekt eines Einheits- und Freiheitsdenkmals wird schon mehr als ein Jahrzehnt diskutiert. Der Bundestag hatte den Bau 2007 beschlossen und das Votum 2008 nochmals bekräftigt. Dennoch stoppte der Haushaltsausschuss das Projekt 2016, nachdem die Kosten von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen waren. Im vergangenen Jahr entschied der Bundestag dann, das Denkmal doch zu bauen. Inzwischen sind für die Umsetzung des Wippen-Entwurfs von Johannes Milla (Stuttgart) am Schloss gut 17 Millionen Euro veranschlagt.

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