Berlin

Polizisten müssen nach Einsatz im Dom zum Arzt

Die Polizisten, die an dem Einsatz gegen den Dom-Angreifer beteiligt waren, müssen sich einer Untersuchung unterziehen. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen. Der Mann, der mit einem Messer bewaffnet im Dom randaliert und daraufhin niedergeschossen worden war, soll an Hepatitis C und dem HIV-Virus erkrankt sein. Den eingesetzten Beamten wird empfohlen, sich beim polizeiärztlichen Dienst untersuchen zu lassen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert für solche Fälle ein einheitliches Vorgehen. „In der Theorie gibt es Strukturen innerhalb unserer Polizei, die dann greifen. In der Praxis aber sind sie personell nicht hinterlegt, sodass es immer wieder zu unnötigen Verzögerungen bis zu einer arbeitsmedizinischen Untersuchung kommen kann oder die Kollegen auf eigenem Weg aktiv werden müssen. Wir brauchen definitiv mehr Arbeitsmediziner innerhalb der Polizei“, sagte GdP-Chef Norbert Cioma der Berliner Morgenpost.

Gegen den niedergeschossenen Randalierer aus dem Berliner Dom gibt es zunächst keinen Haftbefehl. Das Gericht habe den Haftantrag abgelehnt, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Anklagebehörde hatte den Haftbefehl wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung beantragt. Der 53-jährige Österreicher liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Koma in einer Klinik. Er sei vermutlich nach einer Notoperation in einen solchen künstlichen Zustand versetzt worden, hieß es in Ermittlerkreisen. Der Mann konnte noch nicht vernommen werden. Sein Motiv sei weiter unklar.

Der 53-Jährige war am Sonntag von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden. Er hatte zuvor im Dom herumgeschrien und mit einem Messer in der Hand randaliert. Zwei Polizisten versuchten, ihn zu beruhigen und forderten ihn auf, das Messer fallenzulassen. Einer der Beamten schoss schließlich auf den 53-Jährigen und verletzte dabei auch seinen Kollegen. Der getroffene Polizist konnte bereits am Sonntag das Krankenhaus wieder verlassen.

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