Arbeitsgericht

Berliner "Volkslehrer" klagt gegen Kündigung

Dem Berliner Grundschullehrer wird Volksverhetzung vorgeworfen. Jetzt klagt er gegen seine fristlose Kündigung vor dem Arbeitsgericht.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.

Foto: dpa

Berlin. Ein Berliner Grundschullehrer geht gegen seine fristlose Kündigung nach der Veröffentlichung umstrittener und möglicherweise volksverhetzender Internetvideos vor. Das Arbeitsgericht in Berlin verhandelt die Klage am Montag (11. Juni/12.00 Uhr).

Die Bildungsverwaltung hatte die Kündigung laut Gericht damit begründet, dass der Lehrer für diese Tätigkeit wegen seiner Äußerungen nicht geeignet sei. Der Mann sehe hingegen eine politisch motivierte Entlassung. Zunächst plant das Gericht eine Güteverhandlung.

Das Kündigungsschreiben war dem Mann laut Bildungsverwaltung Anfang Mai übermittelt worden. Er habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in einer internen Anhörung nicht entkräften können, hieß es.

Der Lehrer für Musik und Sport war im Januar vom Dienst freigestellt worden. Außerdem hatte die Bildungsverwaltung Anzeige gegen den Mann erstattet. Er betreibt einen Youtube-Kanal, in dem er sich selbst als "Volkslehrer" bezeichnet.

Ihm wird vorgeworfen, in Teilen seiner Videos volksverhetzende Aussagen zu verbreiten und den sogenannten "Reichsbürgern" nahezustehen. Die Gruppierung erkennt die Bundesrepublik sowie deren Behörden und Gesetze nicht an, sie wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

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