Staatsbesuch

Benjamin Netanjahu besucht Berlin und der Verkehr erstarrt

Israels Ministerpräsident hat Kanzlerin Merkel getroffen. Es galten strenge Sicherheitsauflagen, zahlreiche Straßen wurden gesperrt.

Zu Gast in Berlin: Benjamin Netanjahu

Zu Gast in Berlin: Benjamin Netanjahu

Foto: dpa Picture-Alliance / Ron Sachs / picture alliance / Ron Sachs/Con

Berlin.  Im Rahmen seiner Europa-Reise hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag Berlin besucht. Am Nachmittag stand ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Programm. Wegen der sehr strengen Sicherheitsauflagen gab es am Montag Verkehrsbehinderungen auf den Straßen, auf dem Wasser und in der Luft. Bereits ab den Morgenstunden gab es aufgrund des Staatsbesuches umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrssperrungen. Besonders betroffen waren die Bereiche rund um den Flughafen Tegel und das Regierungsviertel, teilte die Polizei mit.

„Auch das Befahren der Spree in Höhe des Bundeskanzleramtes und des Humboldthafens wird nicht mehr möglich sein“, sagte eine Polizeisprecherin. Sogar Drohnen-Piloten mussten aufpassen, da ein Flugbeschränkungsgebiet (ED-R Humboldt) in Berlin und dem nahen Umland eingerichtet wurde. Alle Flüge, einschließlich Flugmodellen und unbemannter Luftfahrtsysteme, waren zwischen 12 und 24 Uhr untersagt, hieß es bei der Polizei. Die Polizei hatte dazu geraten, sich genau zu informieren, da die Nichteinhaltung dieses Flugverbotes eine Straftat sei. Ausnahmen galten für Rettungsflüge und die Flüge an den Berliner Flughäfen.

Sicherheitsvorkehrungen für Benjamin Netanjahu wie für US-Präsident

Die Sicherheitsvorkehrungen für den israelischen Regierungschef sind mit denen für den amerikanischen Präsidenten zu vergleichen. Und die Berliner Polizei hüllt sich in Schweigen, wenn es um Details zu der Anzahl der Einsatzkräfte und der Streckenplanung geht. Es werde umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen geben, hieß es nur. Mehr als 1000 Polizisten waren im Einsatz. Der Besucher landete am Montagvormittag auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel. Die Wagenkolonnen der Staatsgäste fahren normalerweise unter Schutz über den Kurt-Schumacher-Damm, Jakob-Kaiser-Platz und Tegeler Weg, am Luisenplatz links auf die Otto-Suhr-Allee bis Ernst-Reuter-Platz und dann über den 17. Juni in das Regierungsviertel. Die Route wurde aber erst kurzfristig festgelegt. Während der An- und Abfahrt Netanjahus war jeglicher Verkehr auf der Strecke untersagt. Der Konvoi selbst wurde von Hubschraubern in der Luft beschützt.

Bundeskanzlerin empfängt Benjamin Netanjahu

Am Nachmittag empfing die Kanzlerin den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Im Mittelpunkt des Treffens standen die bilateralen Beziehungen und die Lage in der Region. Nahezu zeitgleich gab es zwei Kundgebungen. Eine Protestkundgebung gegen den Besuch Netanjahus fand von 14 bis 16 Uhr an der Konrad-Adenauer-Straße im Regierungsviertel statt. Eine Privatperson hatte die Versammlung mit 200 Teilnehmern bei der Polizei angemeldet. Eine pro-israelische Veranstaltung begann um 14 Uhr an der Otto-von-Bismarck-Allee. Bei der Polizei angemeldet waren 30 Teilnehmer.

Netanjahu reiste noch am Abend nach Paris weiter. Vor etwas mehr als zwei Jahren, im Februar 2016, stellte der Besuch Netanjahus die Sicherheitskräfte vor noch größere Herausforderungen. Er schlief eine Nacht im Hotel „Waldorf Astoria“. Das Herz der City-West war für zwei Tage vom Rest der Stadt getrennt. Zwei Tage lang war einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des öffentlichen Nahverkehrs, der Hardenbergplatz, gesperrt. Busse mussten umgeleitet werden, und auch der BVG-Betriebshof an der Hertz­allee blieb geschlossen.

Mehr zum Thema:

Netanjahu-Besuch: Massive Verkehrsbehinderungen in Berlin

Wie ESC-Siegerin Netta mit Israels Premier Netanjahu tanzt

Israel-Konflikt – So kam es zur blutigen Eskalation in Gaza

Nach Toten in Gaza – Erdogan kündigt Islam-Sondergipfel an

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.