Berliner CDU

Ex-Senator Czaja soll CDU-Fraktionschef werden

Der bisherige Fraktionschef Florian Graf hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Als sein Nachfolger gilt Ex-Senator Mario Czaja.

Mario Czaja (CDU)

Mario Czaja (CDU)

Foto: dpa Picture-Alliance

Berlin.  Das Führungsvakuum an der Spitze der Berliner CDU-Fraktion soll schnell beendet werden. Nur wenige Stunden nach dem überraschenden Rücktritt von Florian Graf einigten sich die wichtigen Kreisvorsitzenden mit einer Mehrheit der Unions-Parlamentarier auf eine Nachfolge: Der frühere Sozialsenator Mario Czaja soll am 12. Juni zum Fraktionsvorsitzenden gewählt werden und damit Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus werden.

Diese Einigung bestätigten mehrere Kreisvorsitzende am Freitag. Der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner sagte, Czaja brenne für diese Aufgabe und werde die Stadt mit vielen Impulsen voranbringen. „Ich halte ihn für eine gute Wahl“, sagte Neuköllns Kreischef Falko Lieke. „Die Kreisvorsitzenden haben auch eine Verantwortung“, meinte Kurt Wansner aus Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Entscheidung für Czaja ist auch eine Niederlage für die CDU-Landesvorsitzende Monika Grütters. Die Kreisvorsitzenden wurden sich einig, während sie sich im Ausland aufhielt. Wie es hieß, würde die Kulturstaatsministerin lieber den Innenpolitiker Burkard Dregger an der Spitze sehen. Es könnte also zur Kampfkandidatur kommen.

Die Kreischefs bevorzugten eine Person, die auch als Spitzenkandidat bei den nächsten Wahlen antreten kann. Grütters schließt das nicht aus, ringt aber noch mit sich, wie sie jüngst eingestand. Gegen Czaja spricht jedoch, dass er von vielen Berliner für das Behördenchaos während der Flüchtlingskrise 2015/2016 verantwortlich gemacht wird.

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