Kriminalität

Rätselhafter Mord an 63-Jährigem: Ermittlungen dauern an

Anwohner in Spandau finden einen erstochenen Mann und versuchen, ihn zu reanimieren.

Noch in der Nacht erschien die Spurensicherung am Hauskavelweg. Ihre Arbeit war erst am Sonntagvormittag beendet

Noch in der Nacht erschien die Spurensicherung am Hauskavelweg. Ihre Arbeit war erst am Sonntagvormittag beendet

Foto: Thomas Peise

Berlin. Rosensträucher blühen in den Vorgärten am Hauskavelweg in Spandau. Kiefern, Birken und Tuja-Hecken stehen vor den Ein- und Zweifamilienhäusern. Sonnenschein liegt an diesem Sonntagnachmittag über der Straße. Es ist ruhig, nur wenige Menschen sind zu sehen. Ganz anders als in der Nacht und am Morgen zuvor, als Polizeifahrzeuge und Kriminalbeamte auf der Straße unterwegs waren.

Da wurde die ruhige Wohnstraße im Spandauer Ortsteil Falkenhagener Feld zum Schauplatz eines brutalen Tötungsdeliktes. Das Opfer ist ein 63 Jahre alter Mann, über dessen Identität die Polizei zunächst lediglich sagte, dass es sich bei ihm um einen Berliner handelte. Informationen der Berliner Morgenpost zufolge soll es sich um Dragan K. handeln, Mitinhaber eines Restaurants in Spandau, der selbst im Hauskavelweg wohnt. Die 7. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Anwohner des Hauskavelwegs hatten den Mann in der Nacht zu Sonntag gegen 23.45 Uhr entdeckt. Wiederbelebungsversuche scheiterten, der Mann starb noch am Tatort.

Noch in der Nacht erschien die Spurensicherung am Tatort, deren Arbeit war erst am Sonntagvormittag gegen 9 Uhr beendet. Zu diesem Zeitpunkt war der Tatort noch deutlich zu erkennen. Beamte hatten die Stelle, an der der 63-Jährige in einer großen Blutlache lag, mit Bindemittel abgedeckt.

Wie das Opfer zu Tode kam, dazu sagte die Polizei zunächst nur, dies solle eine noch für den Sonntag angeordnete Sofortobduktion klären. Sehr bald aber wurde bekannt, dass der Mann erstochen wurde. Der Blutverlust, so berichteten Zeugen, sei enorm gewesen. Sowohl die Passanten, die den Schwerverletzten gefunden hatten, als auch die zuerst eintreffenden Polizeibeamten versuchten vergeblich, das Opfer zu reanimieren. Es erlag noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte der Feuerwehr seinen Verletzungen.

Die Ermittlungen dauerten auch am Montag an. Das Tatmotiv sei weiter unklar, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Weitere Details nannte er nicht.

Den gesamten Sonntag über befragten Ermittler der Mordkommission sowohl die unmittelbaren Zeugen als auch weitere Anwohner des Hauskavelwegs. Dabei ging es auch um die Überprüfung von Berichten, der Getötete habe kurz bevor er entdeckt wurde, lange und laut geschrien. Bislang erwiesen sich die Ermittlungen zum Hergang der Tat allerdings ausgesprochen schwierig, war aus Ermittlerkreisen zu hören. Es gab unter Anwohnern bereits Vermutungen, der Mann könne aus der nahe gelegenen Hochhaussiedlung stammen. Die Polizei sammelt derzeit Hinweise und – das ist in solchen Fällen wichtig – prüft, welche davon verwertbar sind und welche nicht. „Wir erfahren immer sehr viel, manches davon erweist sich aber als absolut unbrauchbar, mitunter gar hinderlich für unsere Ermittlungen“, sagte ein Beamter.

Am Hauskalvenweg wurde am Tag nach der Tat ein Rosenstrauß am Zaun des Grundstücks befestigt, vor dem der 63-Jährige gefunden wurde. Der Strauß hat ein schwarzes Band. Fragen von Journalisten wollen die Nachbarn nicht beantworten. „Wir geben keine Auskunft“, heißt es aus dem Nebenhaus. „Ich sage nichts“, so eine ältere Dame von einem Grundstück auf der anderen Straßenseite. Eine Reaktion, mit der teilweise auch die Ermittler der Mordkommission konfrontiert wurden. Über Motiv und Hergang der Tat herrscht, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte, nach wie vor völlige Unklarheit. Ermittelt wird daher jetzt auch im Umfeld des Getöteten.

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