Kurioses Angebot

Berliner WG vermietet Zelt auf Balkon für 260 Euro im Monat

Scherz oder ernst gemeint? Beim Portal WG-gesucht.de suchen zwei junge Berlinerinnen einen Mitbewohner - für ihren Balkon.

Der Twitter-Nutzer Fotostraße machte auf das kuriose Inserat aufmerksam

Der Twitter-Nutzer Fotostraße machte auf das kuriose Inserat aufmerksam

Foto: twitter.com/fotostraße

Berlin. Handelt es sich um einen kleinen Scherz, der auf die desolate Wohnungssituation in Berlin aufmerksam machen soll? Oder ist dieses Inserat tatsächlich ernst gemeint?

Auf dem Wohnungsportal WG-gesucht.de ist am Freitag ein Angebot veröffentlicht worden, das für Belustigung und ungläubiges Staunen sorgt: In der Anzeige geben zwei junge Berlinerinnen vor, einen Schlafplatz auf ihrem Balkon anzubieten.

Mittlerweile wurde die Anzeige deaktiviert, Morgenpost-Anfragen an die Anbieter blieben unbeantwortet.

Für eine monatliche Gesamtmiete von 260 Euro dürfen Interessierte in einem dort aufgebauten Zelt schlafen. "Schlafplatz auf dem Balkon zu vermieten - rent a tent!", heißt es wörtlich im Titel der Anzeige.

Die beiden Anbieterinnen stellen sich in dem Inserat als Marie (22) und Bianca (24) vor, die derzeit eine Ausbildung bzw. ein Studium in Berlin absolvieren würden. Sie schreiben: "Wir vermieten aufgrund von finanziellen Problemen einen Schlafplatz auf unserem Balkon! Falls es dich nicht stört, wenn wir uns ab und zu auf dem Balkon sonnen oder am Abend einen Drink dort zu uns nehmen, freuen wir uns, von dir zu hören :-)" Immerhin hätten die Mieter, so heißt es weiter, auch Zugang zu Küche und Bad.

Ihre Wohngemeinschaft befindet sich laut Anzeige an der Brücken- Ecke Rungestraße in Mitte in unmittelbarer Nähe zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße.

Preise für WG-Zimmer steigen stark an

Laut einer Studie des Portals wg-suche.de müssen Studenten in Berlin derzeit durchschnittlich 363 Euro für ein WG-Zimmer zahlen. Für eine Single-Wohnung von etwa 30 Quadratmetern fällt sogar eine Warmmiete von 438 Euro an. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mietpreise hier um sechs Prozent gestiegen, im Vergleich zu 2011 sogar um 39 Prozent. Das ist der mit Abstand größte Preisanstieg in allen 160 deutschen Städten mit einer Hochschule.

Am teuersten leben Studenten wie gehabt in München. In der bayerischen Landeshauptstadt werden 616 Euro für ein WG-Zimmer und 785 Euro für eine kleine Wohnung fällig. Auf Platz zwei folgt Stuttgart (485 Euro für ein WG-Zimmer) vor Frankfurt (474 Euro) und Freiburg (438 Euro).

Mehr zum Thema:

In Berlin steigen die Mietpreise für Studenten am stärksten

Mieterverein zu Besetzung: "Da hat sich viel Wut angestaut"

Berlin baut kaum Sozialwohnungen für sozial Schwache

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.