Bischof Markus Dröge

Evangelische Religionslehrer sollen Ansteck-Kreuz tragen

Der evangelische Landesbischof Markus Dröge will Religionslehrern ein Ansteck-Kreuz schenken. Sie sollen es im Unterricht tragen.

Bischof Markus Dröge - Evangelische Kirche Berlin

Bischof Markus Dröge - Evangelische Kirche Berlin

Foto: Joerg Krauthoefer

Berlin. Evangelische Religionslehrer in Berlin und Brandenburg sollen nach dem Willen von Landesbischof Markus Dröge ein kleines Ansteck-Kreuz an der Kleidung tragen. Dies kündigte Dröge in der evangelischen Wochenzeitung „Die Kirche“ an.

Er habe allen Religionslehrern ein Kreuz besorgt, wie er es auch selbst trage, schreibt Dröge in einem Beitrag. Die Lehrkräfte sollen das Kreuz zusammen mit einem Anschreiben erhalten und das christliche Symbol „auch in der Schule tragen - als Zeichen des Bekenntnisses, als Zeichen für ihren persönlichen christlichen Glauben, der ganz wesentlich zu unserem Land gehört“, schreibt Dröge.

Einen Widerspruch zum in Berlin geltenden Neutralitätsgesetz sieht der Bischof nicht. Das Tragen religiöser Symbole im Religionsunterricht falle nicht unter das Gesetz. „Konfessionelle Religionslehrerinnen und -lehrer dürfen ihre Glaubenssymbole im Unterricht offen tragen“, schreibt Dröge.

Wieder verstärkte Diskussion um Neutralitätsgesetz

Rückendeckung bekommt der Bischof von der Berliner Schulverwaltung. Das Verbot religiöser Symbole gelte „nicht für die Erteilung von Religions- und Weltanschauungsunterricht“, sagte Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsschulverwaltung, dem RBB. Der Religionsunterricht sei zudem ein freiwilliges Angebot, das nicht zur Schulpflicht zähle, ergänzte Stoffers.

Das Berliner Neutralitätsgesetz war zuletzt wieder verstärkt in die Diskussion geraten, etwa durch die Klage einer kopftuchtragenden Grundschullehrerin vor dem Berliner Arbeitsgericht. In diesem Fall hatte das Gericht entschieden, dass die Frau nicht mit Kopftuch an einer Spandauer Grundschule unterrichten darf.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) wollen weiter an dem Gesetz festhalten. Der Grünen-Koalitionspartner findet das Gesetz hingegen nicht rechtskonform. Die Linke ringt noch um eine Position.

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