Proteste angekündigt

2000 Polizisten schützen Berliner AfD-Demonstration

Sonntag demonstriert die AfD und über Zehntausend protestieren wohl dagegen. Die Polizei braucht Verstärkung aus sieben Bundesländern.

1800 Polizisten sollen die Demonstration der AfD am Sonntag in Berlin schützen (Archiv)

1800 Polizisten sollen die Demonstration der AfD am Sonntag in Berlin schützen (Archiv)

Foto: Stefan Boness/Ipon / imago/IPON

Berlin. Die Berliner Polizei bereitet sich am Wochenende auf zahlreiche Großeinsätze und eine schwierige Lage bei der AfD-Demonstration am Sonntag vor. Schon am Sonnabend ruft die Initiative „Kita Krise Berlin“ zu einer Demonstration auf, zu der Tausende Teilnehmer erwartet werden. Einen Tag später findet dann eine Großdemonstration der AfD im Regierungsviertel statt. Dazu sind mehrere Gegenveranstaltungen angekündigt. Es werden Zehntausende Demonstranten in Berlin erwartet. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hat die Berliner Polizei deshalb Kräfte aus neun Bundesländern und von der Bundespolizei zur Unterstützung angefordert.

Vor allem die Lage am Sonntag betrachten die Sicherheitsbehörden mit Sorge. Die AfD demonstriert unter dem Motto „Zukunft Deutschland“ und hat 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Route führt vom Washingtonplatz am Hauptbahnhof über die Rahel-Hirsch-Straße, Wilhelmstraße und Ebertstraße zum Platz des 18. März am Brandenburger Tor.

10.000 wollen die "AfD wegbassen"

In unmittelbarer Nachbarschaft finden zahlreiche Gegenkundgebungen statt. Die größte ist unter dem Motto „Stoppt den Hass! Stoppt die AfD!“ auf der Reichstagswiese geplant – und damit nur wenige Hundert Meter vom Aufmarsch der AfD entfernt.

Zeitgleich findet eine Demonstration unter dem Titel „AfD wegbassen – Berlin gegen Nazis“ statt. Die Organisatoren wollen zahlreiche Musikwagen entlang der AfD-Strecke aufbauen. Eine Genehmigung steht dafür aber noch aus, so ein Sprecher des Bündnisses „Reclaim Club Culture“. Allerdings werde man sich das Recht auf Protest in Sicht- und Hörweite nicht nehmen lassen, hieß es. Allein zu dieser Veranstaltung werden mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet. Insgesamt sind 13 Gegenveranstaltungen geplant.

2000 Polizisten samt Reiterstaffel sollen für Sicherheit sorgen

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird der Bereich um das Regierungsviertel und das Brandenburger Tor großflächig mit Gittern abgesperrt. Allein am Sonntag werden mehr als 2000 Polizisten, darunter auch eine Reiterstaffel, im Einsatz sein. Die Berliner Polizei erhalte dafür Unterstützung aus neun anderen Bundesländern und von der Bundespolizei, sagte Sprecher Thomas Neuendorf am Donnerstag. Grund für das große Polizeiaufgebot sind die befürchteten Proteste. So gibt es Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, dass versucht werden soll, die Demonstration der AfD an mehreren Punkten zu blockieren. In diversen Foren wird zu „zivilem Ungehorsam“ aufgerufen. „Die AfD soll keinen Schritt laufen können“, heißt es aus den Kreisen der Organisatoren der Demonstration „Stoppt den Hass! Stoppt die AfD!“

Während erwartet wird, dass der Protest gegen die AfD deutlich größer ausfällt als angekündigt, wird die Demonstration der AfD wohl kleiner. Der AfD-Bundesvorstand rechnete am Mittwoch statt der 10.000 nur noch mit 5000 Demonstranten. Für Schlagzeilen sorgte eine Aktion der AfD Rheinland-Pfalz – sie will den ersten 30 Demons­tranten einen Zuschuss von 50 Euro zahlen. Weil die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Grüne) auf Facebook für die Gegendemonstration warb, bekam sie Morddrohungen.

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