Justiz

Berliner Gefängnisse bekommen 60 neue Mitarbeiter

Entlastung für die Vollzugsbeamten in den Gefängnissen. Zwischen dem 1. Juni und dem 1. Juli treten neue Mitarbeiter ihren Dienst an.

Justizvollzugsbeamter in der JVA Moabit

Justizvollzugsbeamter in der JVA Moabit

Foto: Marc Tirl / dpa

Berlin. In den Berliner Gefängnissen werden 60 neue Bedienstete eingestellt. Noch vor der Urlaubssaison gebe es damit eine kleine Entlastung, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Die Neuen würden eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe übernehmen. Sie sollen zwischen dem 1. Juni und 1. Juli in den Haftanstalten ihren Dienst antreten.

Noch Ende März gab es nicht genügend Bewerber, die den Anforderungen entsprachen. Mittlerweile hatten sich laut Senatsverwaltung rund 560 Interessierte beworben. Jetzt gebe es sogar eine Reserve geeigneter Kräfte, hieß es. Diese könnten eingesetzt werden, wenn ausgewählte Kandidaten wider Erwarten nicht zum Dienst kommen.

Die künftigen Mitarbeiter werden laut Verwaltung zeitlich befristet bis zum 31. Dezember 2019 im Schichtdienst eingesetzt. Sie sollen Gefangene auf Höfen während der Freistunde beaufsichtigen, Insassen begleiten, Nachtstreifen übernehmen und Kraftfahrzeuge bei der Ein- und Ausfahrt in den Gefängnissen kontrollieren. Die monatliche Vergütung beträgt rund 2184 Euro brutto, darüber hinaus gibt es Zuschläge.

Bis Ende 2019 scheiden über 600 Bedienstete aus

Die meisten neuen Bediensteten soll das Gefängnis Tegel bekommen. Hier sind bis zu 16 neue Beschäftigte vorgesehen. In der Haftanstalt Moabit sollen bis zu 13 Neue beginnen, in der Vollzugsanstalt Plötzensee bis zu 10.

Behrendt betonte, mit den befristet Beschäftigten werde angesichts der angespannten Personallage kurzfristig Abhilfe geschaffen. Die Ausbildung von neuen Bediensteten dauere aber länger. Die Versäumnisse zurückliegender Jahre könnten nur Schritt für Schritt abgebaut werden.

Der Senator hatte angekündigt, dass in diesem Jahr mehr als 100 neu ausgebildete Bedienstete eingestellt werden sollen, 2019 sollen dann rund 150 weitere hinzukommen.

Nach den Fluchten von Gefangenen aus den Anstalten Plötzensee und Tegel war neben Sicherheitsmängeln auch über fehlendes oder überfordertes Personal in den Haftanstalten diskutiert worden. Zudem wird es auch immer knapper.

Bis Ende 2019 scheiden laut Justizverwaltung altersbedingt 614 Bedienstete aus. Allein in diesem Jahr verabschieden sich demnach knapp 329 Mitarbeiter aus dem Vollzugsdienst.

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