Straßenfest

Erhöhte Sicherheit für den Karneval der Kulturen

1300 Polizisten schützen Karneval der Kulturen in diesem Jahr. Mit Wasser gefüllte Container wurden rund um die Partymeile aufgestellt.

Exotik, Sonne, Karneval: 4000 Teilnehmer werden am Pfingstsonntag zu dem Umzug in Kreuzberg erwartet.

Exotik, Sonne, Karneval: 4000 Teilnehmer werden am Pfingstsonntag zu dem Umzug in Kreuzberg erwartet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Sascha Radke / picture alliance / Sascha Radke

Die Berliner Polizei sorgt am Pfingstsonntag mit ungefähr 1300 Beamtinnen und Beamten für einen sicheren Karneval der Kulturen. Das sind etwa 400 Einsatzkräfte mehr als in den Jahren zuvor. Im Schnitt begleiteten bislang 900 Polizisten den farbenfrohen Umzug durch Kreuzberg. Die höhere Zahl der Einsatzkräfte sei aber nicht der Terrorgefahr bei Großveranstaltungen geschuldet, heißt es. Die Sicherheitskräfte beschäftigt vielmehr ein anderes Problem: die sehr hohen Besucherzahlen. Am Sonntag erwartet die Polizei mehrere Hunderttausend Besucher in Kreuzberg. Bereits am Freitag wurde das Fest am Blücherplatz eröffnet.

„Der Veranstalter hat auf Empfehlung der Polizei ein Räumungskonzept erarbeitet“, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. „Im Krisenfall muss das mit der Unterstützung der Polizeikräfte auch umgesetzt werden.“ Das Räumungskonzept sei ein Teil des „Crowd Managements“. Mit diesem Begriff wird die Planung für große Menschenmengen und deren kontinuierliche Lenkung und Überwachung bezeichnet. Wenzel spricht von einem Lernprozess und erinnert an das Unglück im vergangenen Jahr beim Champions-League-Finale in Turin. Dort wurden bei einer Massenpanik beim Public Viewing mehr als 1500 Menschen verletzt. In Turin entstand die Panik, weil die Menschen Angst vor Terror haben, sind sich die Experten sicher. „Bereits ungefährliche Impulse wie beispielsweise ein lauter Knall durch einen Silvesterböller können Fluchtreflexeauslösen“, sagt Wenzel. „Das kann dann sehr schnell in eine Panik münden.“

Fluchtflächen müssen freiehalten werden

Die hohen Besucherzahlen bei dem Umzug mit 4000 Teilnehmern in 68 Gruppen am Pfingssonntag machten es nach Angaben der Polizei notwendig, „geeignete Fluchtflächen vorzuhalten“. Aus diesem Grund werden am Sonntag rund um die Gneisenaustraße Frei- beziehungsweise Fluchtflächen frei gehalten – nördlich die Zossener Straße und südlich die Nostitzstraße. Wenzel erklärt, dass an einigen Kreuzungen der Gneisenaustraße auch keine Stände auf dem Mittelstreifen aufgebaut werden, damit sich Besucher dorthin zurückziehen können.

„Der Veranstalter setzt auch sogenannte Crowd Spotter ein“, sagt Wenzel. „Entlang der Strecke werden Beobachter auf Leitern stehen und die Menschenbewegungen beobachten und gegebenenfalls einwirken.“ So soll auch beobachtet werden, wie voll die gesamte Umgebung der Strecke von der Yorckstraße zum Hermannplatz wird. Die Veranstalter hatten nach Beratungen und Empfehlungen der Polizei das Sicherheitskonzept überarbeitet. Sie hatten angekündigt, sobald bei dem Umzug 75 Prozent der Kapazität erreicht sei – rechnerisch seien das zwei Menschen pro Quadratmeter –, sollten einzelne Zugangsstraßen gesperrt werden.

130 Wassersäcke gegen Terroranschläge

Gegen Terroranschläge mit Lastwagen baut die Polizei am Sonntag 130 Industriecontainer, sogenannte Indutainer, auf. Diese mobilen, mit 1500 Liter Wasser gefüllten Straßensperren sind eine Neuanschaffung der Polizei. Sie wiegen leer elf Kilo und werden am Einsatzort an Hydranten gefüllt. Am 1. Mai kamen sie erstmals zum Einsatz, beim DFB-Pokalfinale werden sie unter anderem am Sonnabend an der Flatowallee aufgebaut. Zu jeweils Dreier- oder Sechserblöcken aufgebaut sollen sie am Sonntag rund um die Partymeile vor Lkw-Attentaten schützen. Unter anderem auf der Heinrich-Heine-Straße und auf der Oranienstraße werden sie zum Einsatz kommen.

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