Architektur

Modell des neuen Messegelände-Baus begehbar

Die Messe zeigt Bilder vom neuen „hub 27“. Er spielt eine zentrale Rolle beim Umbau.

Im Frühjahr 2019 soll die neue

Im Frühjahr 2019 soll die neue

Foto: Messe Berlin Guest Events

Der millionenschwere Neubau unter dem Berliner Funkturm hat seine Türen geöffnet – allerdings nur virtuell. Seit dieser Woche ist die im Bau befindliche Multifunktionshalle „hub27 Berlin“ mithilfe einer Virtual-Reality-Brille begehbar. „Was zunächst wie ein Marketing-Gag aussieht, wird unseren Kunden bereits jetzt die konkrete Planung ihrer Veranstaltungen erleichtern. So lassen sich zum Beispiel die verschiedenen Aufteilungen der großen Halle in kleinere Räume erleben“, sagte der Leiter des Bereichs für Gastveranstaltungen bei der Messe Berlin, Ralf Kleinhenz.

Die offizielle Eröffnung des rund 90 Millionen Euro teuren Neubaus ist zwar erst für das Frühjahr 2019 geplant. Die Vermarktung der neuen Fläche startet aber bereits jetzt. Konkrete Anfragen von Kunden, die sowohl Messen als auch Kongresse in der neuen Halle durchführen wollen, gebe es bereits, sagte ein Messe-Sprecher der Berliner Morgenpost. Mit der virtuellen Tour könnten Veranstalter und Aussteller ihre Events genauestens planen. Die digitale Anwendung hatte die Messe Berlin in dieser Woche auf der Branchenveranstaltung Imex in Frankfurt am Main erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Arbeit an der alten Halle wird 15 Jahre dauern

Für die Verantwortlichen bei der Berliner Messe rund um Vorstandschef Christian Göke ist die Vermarktung der Neubau-Fläche zunächst allerdings nur Nebensache: Göke will die Halle vor allem als eine Art Rangierbahnhof nutzen. Immer dann, wenn andere Hallen auf dem Messegelände saniert und modernisiert oder abgerissen und neu gebaut werden, soll der „hub27 Berlin“ als Drehscheibe dienen und Ausweichflächen bieten. Für die Sanierungsarbeiten auf dem Messe-Gelände ist derzeit ein Masterplan in Arbeit. Mindestens 15 Jahre wird die Arbeit an den alten Hallen wohl dauern. Insbesondere die technischen Anlagen wie Wärme-, Kälte- und Stromversorgung müssen modernisiert werden. Die Messe selbst schätzt die Kosten für die Sanierung auf mindestens 450 Millionen Euro.

Der immense Sanierungsstau ist auch ein Grund dafür, dass die Politik das Messegelände loswerden will. Künftig soll die Messe, bislang Mieter der Hallen, selbst Eigentümer des 70 Hektar großen Areals unter dem Funkturm werden. Die Senatsverwaltungen für Finanzen und für Wirtschaft erarbeiten derzeit ein Konzept, um die Hallen rechtsverbindlich an den neuen Eigentümer übetragen zu können.

Messen und Kongresse spülen Millionen in die Landeskasse

Berlin gehört zu den weltweit größten Standorten für Kongresse und Messen. Im vergangenen Jahr hatten fast 2,4 Millionen Besucher die 89 Veranstaltungen der Messegesellschaft besucht. Für Berlin brachten die Messen und Kongresse einen Kaufkraftzufluss von etwa 1,5 Milliarden Euro. Auch der Landeshaushalt profitierte: Die direkten Einnahmen des Landes beliefen sich auf gut 68 Millionen Euro.

Zu den größten Veranstaltungen der Messe zählen die Lebensmittel- und Landwirtschafts-Schau Grüne Woche, die Internationale Funkausstellung (IFA) sowie die alle zwei Jahre stattfindende Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA).