Deutsche Bahn-Konkurent

Flixtrain-Züge fahren öfter nach Stuttgart

Ab 21. Juni bietet der private Bahn-Konkurrent eine zweite Verbindung ab Berlin an. Die Züge entwickeln sich besser als gedacht.

Ein Flixtrain fährt in den Berliner Ostbahnhof ein (Archivbild)

Ein Flixtrain fährt in den Berliner Ostbahnhof ein (Archivbild)

Foto: Anikka Bauer

Berlin. Seit Ende April lässt der private Fernbusanbieter Flixbus auch einen Zug zwischen Berlin und Stuttgart fahren. Am Nachmittag geht es im „Flixtrain“, so der Markenname, in Richtung Neckar, am nächsten Morgen zurück an die Spree. Bereits am 21. Juni soll nun eine zweite tägliche Verbindung hinzukommen, wie Flixtrain-Sprecher Martin Mangiapia der Berliner Morgenpost bestätigte. Die Angebotsverbesserung erfolgt vorfristig, war sie doch eigentlich erst für Ende Juli angekündigt. Zudem soll die aktuelle Verbindung ab 12. Juni täglich erfolgen. Bislang fahren die Züge nur von Donnerstag bis Montag.

Offenbar entwickelte sich die Auslastung der im Flixbus-Grün lackierten Züge aber besser als anfangs kalkuliert. Bereits im April sprach Flixtrain-Chef Fabian Stenger von einer Resonanz, die die Erwartungen übertroffen habe. Nun kommt eine Morgenverbindung hinzu: Der Zug fährt jeweils um 6.29 Uhr in Lichtenberg los und wird in Berlin noch an den Stationen Ostkreuz, Ostbahnhof, Hauptbahnhof und Zoologischer Garten Fahrgäste aufnehmen. Unterwegs hält der Flixtrain unter anderem in Wolfsburg, Hannover (Messe/Laatzen), Göttingen, Frankfurt (Süd), Darmstadt, Weinheim und Heidelberg.

Flixtrain bietet Interregio-Wagen aus Bundesbahnzeiten

Die Fahrzeit liegt mit insgesamt sieben Stunden rund 80 Minuten über der Zeit, die die Deutsche Bahn mit ihren schnellen ICE benötigt. Allerdings bietet Flixtrain seine Tickets bereits ab 9,99 Euro an. Am verkehrsstarken Freitag kosten die Fahrscheine ab 29 Euro. Zum Vergleich: Der Normalpreis der Bahn beginnt bei 59,90 Euro, Sparangebote gibt es ab 29,90 Euro.

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Insgesamt werden laut Angaben von Flixbus bald 28 Ziele in fünf Bundesländern angebunden.
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Für den günstigeren Ticketpreis erwarten den Flixtrain-Nutzer renovierte Interregio-Wagen aus Bundesbahnzeiten mit plüschig gepolsterten Sechserabteilen und ohne Bordrestaurant. Die Klimatisierung erfolgt in der Regel über das Öffnen und Schließen der Fenster. Die meisten Flixtrain-Kunden scheint das jedoch ziemlich egal zu sein, zudem der Zug andererseits mit durchgängig verfügbarem Wlan punkten kann.

Täglich ab 21. Juni zwei Mal am Tag

Die Züge auf der Strecke Berlin–Stuttgart verkehren ab dem 21. Juni täglich zweimal täglich. Ab Ende Juli soll es für die Fahrgäste auch möglich sein, sich Sitzplätze zu reservieren. Gebucht werden können die Tickets über die auch für den Fernbusverkehr genutzte Buchungsseite (www.flixbus.de) sowie beim Schaffner im Zug.

Neben der vom insolventen Berliner Start-up Locomore übernommenen Verbindung Berlin–Stuttgart fährt Flixtrain seit März auch zwischen Hamburg und Köln. Der Flixtrain-Sprecher bestätigte zudem bereits früher geäußerte Expansionspläne. So sollen ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember auch Fernzüge zwischen Berlin und Köln sowie Berlin und München fahren. Die geplante Verbindung nach Bayern, so Flixtrain, soll dabei über die erst im Vorjahr eröffnete Schnellfahrstrecke durch den Thüringer Wald führen. Damit kann der Bahn-Konkurrent auch auf dieser Verbindung konkurrenzfähige Fahrzeiten von unter fünf Stunden anbieten.

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