Bericht: Verfassungsschutz hatte V-Mann im Amri-Umfeld

Der Bundesverfassungsschutz hatte offenbar einen V-Mann im Umfeld von Anis Amri. Befragt wurde er jedoch erst nach dem Anschlag.

Ein V-Mann des Bundesverfassungsschutzes soll die Fussilet-Moschee in Moabit besucht haben, in der auch Anis Amri unterwegs war (Archiv)

Ein V-Mann des Bundesverfassungsschutzes soll die Fussilet-Moschee in Moabit besucht haben, in der auch Anis Amri unterwegs war (Archiv)

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte laut einem Medienbericht einen V-Mann im Umfeld des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri. Der Inlandsgeheimdienst habe mindestens eine Quelle in der von Amri besuchten islamistischen Moschee „Fussilet 33“ in Berlin-Moabit gehabt, berichtet die „Welt“. Die Bundesbehörde äußerte sich der Zeitung zufolge nicht dazu. Der V-Mann soll laut „Welt“ erst nach Amris Anschlag befragt worden sein und berichtet haben, dieser sei öfter in der Moschee gewesen und habe dort gar als Imam agiert.

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Bekannt war bisher, dass das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen einen V-Mann mit Kontakt zu Amri hatte. Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagenfahrer überfallen und das Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Zwölf Menschen starben. Er wurde später auf der Flucht in Italien von Polizisten erschossen. Mehrere Untersuchungsausschüsse befassen sich mit möglichem Behördenversagen in dem Fall, darunter einer im Bundestag.

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