Berlin

Ledvance gibt Standortgarantie bis 2020 ab

Lampenwerk in Spandau bleibt. 80 Mitarbeiter müssen gehen

Das Lampenwerk der früheren Osram-Tochter Ledvance in Spandau ist vorerst gerettet. Wie das Unternehmen und die Gewerkschaft IG Metall am Montag mitteilten, soll der Standort zunächst bis 2020 erhalten bleiben. 120 der rund 200 Mitarbeiter behalten ihre Arbeitsplätze. 80 Beschäftigte müssen das Unternehmen bis Ende des Jahres allerdings verlassen. Sie könnten nach Angaben der IG Metall entweder in eine Transfergesellschaft wechseln oder eine Abfindung erhalten. Wegen schlechter Auslastung hatte Ledvance ursprünglich geplant, das Werk zu schließen. „Eine beschlossene Standortschließung abzuwenden, braucht überzeugende Konzepte, eine kämpferische Belegschaft und einen Schuss Glück“, sagte die Zweite Bevollmächtige der IG Metall Berlin, Regina Katerndahl, am Montag.

Nach der Ankündigung von Ledvance Ende 2017, Berlin als Standort schließen zu wollen, hatten Belegschaft, Betriebsräte und IG Metall gegen die Pläne protestiert. Auch die Politik schaltete sich ein. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft warb in Gesprächen für den Erhalt des Standorts. Vor allem das Forschungsumfeld sollte das Industrie-Unternehmen in Berlin halten. „Gut, dass es keine Standortschließung gibt. Wie von Siemens erwarten wir auch von Ledvance innovative Produkte, um langfristig und nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Die IG Metall kündigte an, dass im Zuge der Standortsicherung zwei neue Produkte auf LED-Basis in dem Spandauer Lampenwerk produziert werden sollen.

Ledvance hatten Veränderungen auf dem Lampenmarkt getroffen. Die Leuchtdiodentechnologie (LED) ersetzt das Geschäft mit den herkömmlichen Glüh-, Halogen-, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Ledvance hatte zu spät auf den Umbruch reagiert. Die defizitäre Lampensparte hatte Osram im Juli 2016 für 500 Millionen Euro an die chinesischen Finanzinvestoren IDG Capital Partners und Yiwu State-Owned Assets sowie das Lichtunternehmen MLS verkauft. Die neuen Eigentümer schnürten einen Spar-Pakt. Neben Berlin sollte das Werk in Augsburg geschlossen werden. Auch in der Zentrale in Garching bei München sollten Mitarbeiter ihren Job verlieren. Die geplanten Abbaumaßnahmen in Süddeutschland werden trotz der Einigung in Berlin fortgeführt, so Ledvance. Wie es nach 2020 im Spandauer Werk weitergeht, ist noch unklar. Es solle geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen ein Betrieb über 2020 hinaus möglich ist, so Ledvance.

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