Ausmisten

Wie man im Schrank Ordnung schafft und Gutes tut

Eine Expertin gibt Tipps fürs Ausmisten von Kleidung - und verrät, wie man dabei auch noch Gutes tun kann.

Die Studentin Samira Paul sortiert mit dem Wechsel der Jahreszeiten auch Kleidung aus ihrem Schrank aus

Die Studentin Samira Paul sortiert mit dem Wechsel der Jahreszeiten auch Kleidung aus ihrem Schrank aus

Foto: David Heerde

Bunte Kleider, dicke und dünne Jacken, Hosen in allen Farben und noch vieles mehr: Im Kleiderschrank der Berliner Studentin Samira Paul (21) findet sich so einiges. Wie voll die Schränke von Frauen und Männern sind, hat Greenpeace untersucht. Eine Studie ergab, dass Frauen im Durchschnitt 118 Kleidungsstücke besitzen, ohne Strümpfe und Unterwäsche, Männer hingegen nur 73 Teile.

„Das kann ich toppen“, sagt Studentin Samira Paul – aber sie hat auch ein Rezept gegen Platzprobleme: „Eine neue Jahreszeit heißt für mich, meinen Schrank einmal durchzuschauen und zu gucken, was entsorgt und was vielleicht gespendet werden kann“, erzählt sie.

Viele nehmen – wie die Studentin – den Wechsel von Winter auf Frühling und Sommer zum Anlass, frischen Wind in den Kleiderschrank zu bringen. Doch oft fällt die Trennung schwer. „Das Shirt kann ich doch noch zum Putzen verwenden“, heißt es dann. Die Berliner Morgenpost hat nachgefragt, wie man Ordnung schaffen und dabei auch noch Gutes tun kann.

Wie bringe ich meinen Schrank auf Vordermann?

Style-Expertin Rosalina vom Berliner Online-Modeportal „Outfittery“ empfiehlt zuerst, jedes Kleidungsstück einzeln herauszunehmen, statt alles herauszureißen, damit man vorab eine Übersicht bekomme. Für jedes Teil stelle man sich dann die Frage, ob man es behält oder ob es entsorgt werden kann.

Sollte der Kleiderschrank ein bestimmtes System vorweisen?

Die Berliner Stylistin rät, den Schrank nach einem bestimmten System zu ordnen. Es sei dadurch leichter, Ordnung zu halten, und man habe einen besseren Überblick. Die Kleidung solle man so sortieren, wie man auch beim Anziehen vorgeht: Hemden und Oberteile nach oben, Hosen nach unten, Socken und Unterwäsche in eine extra Schublade. Wer zusätzlich morgens Zeit sparen möchte, sollte Businesskleidung und Freizeitkleidung separat einsortieren.

Sollte man Winter- und Sommerkleidung trennen?

Da der Sommer vor der Tür steht, kann die dicke und warme Winterkleidung langsam Platz für T-Shirts, Shorts und leichte Sommerjacken schaffen. Winterkleidung könne man, so Rosalina, entweder nach hinten in den Schrank schieben oder trocken verpackt in den Keller stellen. Dünnere Strickoberteile rät die Stylistin nicht wegzuräumen, falls es doch mal kälter wird.

Wie oft sollte man den Schrank aufräumen?

Rosalina empfiehlt, den Schrank zweimal jährlich zum Wechsel von Winter auf Frühling und von Sommer auf Herbst auszumisten, mindestens aber einmal jährlich.

Was sollte mit Kleidung passieren, die man nicht mehr trägt?

Nach dem Ausmisten kommt oft einiges zusammen. Meist endet für diese Kleidung der Weg im Altkleidercontainer oder sie wird schlicht mit dem Hausmüll entsorgt. Doch es gibt andere Möglichkeiten:

Entsorgung per Post

Mit dem Altkleider-Verwerter „Packmee“ wird man aussortierte Kleidung mit der Post los und kann gleichzeitig etwas Gutes tun, da man mit seiner Spende das Deutsche Rote Kreuz unterstützt. Man benötigt hierfür einen großen Karton, der mit mindestens acht, maximal 30 Kilogramm schwerer Kleidung, Accessoires oder Heimtextilien gefüllt ist. Der Versandschein steht auf der Packmee-Website zum Download bereit. Dann gibt man das Paket in der nächsten DHL- oder Hermes-Annahmestelle ab. 50 Prozent der Einnahmen, die Packmee erzielt, gehen an das Deutsche Rote Kreuz. (www.packmee.de)

Online-Verkauf

Wer seine gut erhaltene Kleidung nicht kostenlos abgeben möchte, kann die Teile auch im Internet verkaufen. Die beliebtesten Plattformen sind etwa das Online-Auktionshaus Ebay oder die Online-Flohmärkte Shpock und Kleiderkreisel. Allerdings ist der Verkauf auf Online-Plattformen nur dann sinnvoll, wenn es nicht gerade viele Kleider sind. Man muss einigen Aufwand betreiben, wie das Fotografieren und das Beschreiben der Kleidung, geeignete Käufer finden und sich um den Versand kümmern.

Flohmarkt

Gerade bei vielen Stücken ist der Flohmarkt eine gute Lösung. Handelt es sich um einen einmaligen Garagenflohmarkt auf dem eigenen Grundstück, ist dieser in der Regel nicht meldepflichtig. Dennoch empfiehlt es sich – als Absicherung –, die Erlaubnis der Stadtverwaltung oder des Ordnungsamts einzuholen. Möchte man jedoch regelmäßig einen privaten Flohmarkt organisieren, benötigt man eine Genehmigung. Ansonsten meldet man sich bei einem der öffentlichen Flohmärkte in seinem Bezirk an.

Tauschparty

Tauschpartys sind zwar noch nicht allzu bekannt, aber eine Alternative zum Altkleidercontainer. Auf Tauschpartys kann man seine Kleidung gegen die Kleidung anderer Menschen eintauschen. Greenpeace sammelt auf der Facebook-Seite Kleidertausch.de alle Termine deutschlandweit. Am 19. Mai findet beispielsweise im Weltladen an der Feldstraße 24 in Teltow die nächste Tauschparty statt. Aber auch private Tauschpartys unter Freunden können hier eine Option sein.

Spenden

Wer bedürftigen Menschen helfen möchte, kann seine Kleidung an karitative Einrichtungen spenden. Gemeinnützige Einrichtungen, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder der Caritasverband, nehmen die Kleidung gerne entgegen. T-Shirt, Hose oder Kleid sollten sauber und in einem guten Zustand sein. Dem DRK in Berlin werden jährlich über 2000 Tonnen Altkleider gespendet. Diese werden für einen kleinen Betrag an Bedürftige weiterverkauft oder auch kostenfrei weitergegeben. Zudem betreibt das DRK Kleiderläden und Kleiderkammern in Berlin. Infos unter www.drk.de/hilfe-in-deutschland/existenzsichernde-hilfe/kleiderkammern

Altkleidercontainer

Bei der Entsorgung der Kleidung im Altkleidercontainer ist immer Vorsicht geboten. Oft kann man die Container der gemeinnützigen Organisationen kaum von denen gewerblicher Sammler unterscheiden. Das bundesweite Netzwerk gemeinnütziger Organisationen „Fairwertung“ (www.fairwertung.de) hat einen Leitfaden auf seiner Internetseite bereitgestellt, der die „guten“ von den „schlechten“ Anbietern unterscheiden soll. Auch das Rote Kreuz beobachtet illegal aufgestellte Container mit Sorge und rät deshalb, „nur an bekannte und seriöse Organisationen zu spenden, die sich mit Namen und Adresse zu erkennen geben und dort auch erreichbar sind“.

Das DRK hat in Berlin rund 650 Altkleidercontainer aufgestellt. Wo diese stehen, erfahren Interessierte über die DRK-Postleitzahlen-Suche: mobil.drk-intern.de/kleidercontainer.php

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