Reinickendorf

Bezirk trauert um Polizist und Politiker Michael Reinke

Der Reinickendorfer CDU-Bezirksverordnete und Polizeigewerkschafter Michael Reinke ist mit 62 Jahren gestorben.

Der Reinickendorfer Bezirkspolitiker Michael Reinke ist in der Nacht zu Mittwoch verstorben

Der Reinickendorfer Bezirkspolitiker Michael Reinke ist in der Nacht zu Mittwoch verstorben

Sein Sitzplatz in der hintersten Reihe des Saales der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Rathaus blieb am Mittwochabend erstmals leer. Ein weißes Blumenbouquet und eine Rose nahmen diesen ein. Neben dem Rednerpult stand das Foto von Michael Reinke. Es trug Trauerflor, umringt von Blumen und Kerzen. Der 62-Jährige verstarb am frühen Mittwochmorgen nach schwerer Krankheit.

Die Bezirksverordneten gedachten dem Verstorbenen mit einer Gedenkminute. "Er ist ein sehr lieber, ruhiger, kameradschaftlicher und verlässlicher Mensch gewesen", sagte BVV-Vorsteher Hinrich Lühmann. Sein Tod erinnere daran, was wirklich wichtig im Leben sei. "Er wird uns fehlen." Viele Politiker rangen mit den Tränen. Ihm zu Ehren wurde die Versammlung drei Stunden früher beendet.

Reinke war "Vollblutgewerkschafter"

Michael Reinke engagierte sich seit November 2016 als Bezirksverordneter in der CDU-Fraktion Reinickendorf. Nur bei der CDU sehe er den "Sport und die innere Sicherheit ,in guten Händen'", heißt es auf seiner Facebook-Seite. Er war unter anderem Mitglied des Sport-, Verwaltungs-, Schul- und Verkehrsausschusses. Zuletzt hatte sich Michael Reinke für die Offenhaltung des Strandbades Tegels eingesetzt. Er versuchte beispielsweise mit einem Dringlichkeitsantrag im Sportausschuss das Verfüllen der Abwasserrohre des Bades durch die Berliner Bäder-Betriebe zu verhindern.

Er engagierte sich zudem seit 1998 als stellvertretender Vorsitzender bei der Gewerkschaft der Polizei und beim Personalrat für seine Kollegen. "Wir trauern um einen tollen Mann, der die eigenen Interessen stets hinten anstellte und über mehr als vier Jahrzehnte als Kollege und Personalrat in der Berliner Polizei sowie im Rahmen seiner 42-jährigen Gewerkschaftszugehörigkeit innerhalb seiner Bezirksgruppe, aber auch auf Landesebene für die Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt hat. Mit Michael Reinke verlieren wir einen geradlinigen Vollblutgewerkschafter, der nicht nur in seiner letzten Position als Landesseniorenvorsitzenden große Fußstapfen hinterlässt. Mein Beileid gilt seinen Angehörigen", schrieb der GDP-Landesvorsitzende Norbert Cioma.

Reinke war auch Vorstandsvorsitzender des 1. FC Lübars

Auch seine CDU-Parteikollegen und Freunde zeigen sich in den sozialen Netzwerken tief getroffen. "Ohne Worte - Bin am Boden zerstört .... Lieber Micha, habe eine gute Reise und lasse dich von den vielen wartenden Engelchen liebevoll in den Arm nehmen. Du warst ein toller Kumpel und deine ehrliche, auch politische Freundschaft werde ich nie vergessen. Der Familie wünsche ich ganz viel Kraft in diesem schweren Moment - Mein Beileid - Mir fehlen die Worte und es tut sehr weh...", schrieb beispielsweise sein Parteikollege Norbert Raeder. Er beschreibt ihn als jemanden, der bis zum Schluss gekämpft hat. Er sei zuversichtlich gewesen wieder aus dem Krankenhaus heraus zu kommen. Dann wollten beide Freunde "ein Riesenfass aufmachen".

"Auf ,den Micha' war immer Verlass"

Der Reinickendorfer Wahlkreisabgeordnete Stephan Schmidt (CDU) kannte Michael Reinke lange Jahre und trauert ebenfalls um seinen Freund und Parteikollegen: "Ich bin vom Tode Michael Reinkes tief getroffen. Ich habe Michael als einen sehr engagierten, immer freundlichen Menschen kennengelernt, für den es stets selbstverständlich war, sich selbstlos für seine Mitmenschen einzusetzen.

Viele Jahre hat Michael Reinke als Vorstandsvorsitzender die Geschicke des Fußballvereins 1. FC Lübars gelenkt. Zuvor war er Verbandligafußballer. "Als Vorsitzender des 1. FC Lübars hat Michael den Verein "gelebt". Auch meine Kinder spielen dort Fußball", sagte Schmidt der Berliner Morgenpost. Er habe zuletzt die Jugendleitung kommissarisch übernommen, um Michael Reinke zu entlasten. Im Verein herrsche tiefe Trauer und Bestürzung. Auf der Vereinshomepage heißt es: "Du wirst uns fehlen!" Kennengelernt hätten sich Schmidt und Reinke vor einigen Jahren, als in Reinickendorf in der Direktion 1 die Polizeiabschnitte fusionierten und Standorte in Schulzendorf und Reinickendorf-Ost aufgegeben wurden. Sie hätten damals "gemeinsam dagegen angekämpft."

"Er hat das Schicksal seiner schweren Krankheit mit so viel Fassung und Tapferkeit getragen, ohne Klagen, und immer dem zugewandt, was ihn ausmachte: Für andere Menschen da zu sein. Auf "den Micha" war immer Verlass. Im Verein, im Polizeiberuf, in der GdP und in der Kommunalpolitik. Und als Hobby hat er gerne als DJ aufgelegt. Für Stimmung konnte er Sorgen!", erzählte Schmidt.

"Ein großes Loch in unserer Mitte"

Auch weitere Weggefährten ringen um Worte: "Ich habe Michael schon bevor wir Fraktionskollegen wurden als sehr engagierten und herzlichen Menschen kennengelernt. Auf vielen Ebenen gab er dem Ehrenamt in Reinickendorf ein Gesicht. Mit ihm geht ein echtes Vorbild von uns", sagte Felix Schönebeck (CDU). "Ich habe mit Michael Reinke einen langjährigen Freund und politischen Weggefährten verloren. Er hat sich stets für seinen Bezirk Reinickendorf eingesetzt", sagte Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU). Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Tobias Siesmayer fand einfühlsame Worte in einer Pressemitteilung: "Wir verlieren mit Michael Reinke einen Freund und Kollegen, der sich immer in den Dienst der Sache gestellt hat und der aufgrund seiner fachlichen Kompetenzen und seiner sympathischen Art über Parteigrenzen hinweg beliebt und anerkannt war. Michael Reinke hat sich sein Leben lang für sein Land und für unsere Gesellschaft auf vorbildliche Weise engagiert." Er habe sich durch seine bescheidene Art ausgezeichnet. "Er hat nie die Bodenhaftung verloren und sich nicht in den Vordergrund gedrängt. Ohne zu klagen, hat er seine Aufgaben erfüllt - ebenso, wie er immer guten Mutes gegen seine schwere Krankheit gekämpft hat. Michael hat unsere Gesellschaft ein Stück besser gemacht. Er hat seine Fußstapfen hinterlassen - vor allem hier in Reinickendorf. Sein Tod reißt ein großes Loch in unsere Mitte."

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