Berlin

Modernisierung treibt Preise in Mitte

Betroffen sind vor allem die Mieter in den beiden Ortsteilen Moabit und Wedding

Luxuriöse Neubauten und steigende Mietpreise prägen den Bezirk Mitte. Mit den Ortsteilen Wedding, Tiergarten und Mitte ist er der zweitgrößte Bezirk Berlins. Mitte weist eine mittlere bis gute Wohnsituation auf. Im Süden, also rund um den Potsdamer Platz, dem Regierungsviertel, dem Hansaviertel und dem Westfälischen Viertel, befinden sich die guten Lagen. Dort sind die Mieten mit im Schnitt zwölf Euro pro Quadratmeter am höchsten.

Betroffen vom Anstieg ist unter anderem die Thomasiusstraße, wo die Preise in den vergangenen Jahren um 31 Prozent anzogen. Zu den einfachen Wohnlagen gehört unter anderem der sozial schwache Ortsteil Moabit und das traditionelle Arbeiterviertel Wedding. Besonders in diesen Ortsteilen ist der Veränderungsdruck als Folge umfangreicher Modernisierungen laut IBB deutlich zu spüren. Die Mietpreise in den einfachen Lagen bewegen sich derzeit zwischen neun und elf Euro für den Quadratmeter.

Wie es sich in Moabit lebt, erzählt Antje Simmons. Die 31 Jahre alte Lehrerin lebt seit sechs Jahren dort. Mit ihrem Mann und ihrer elf Monate alten Tochter Lotte bewohnt sie in der Bredowstraße eine 65 Quadratmeter große Mietwohnung, für die sie monatlich 715 Euro Kaltmiete aufbringen muss. „Es handelt sich um keine renovierte Wohnung. Wir haben oft Probleme mit versteinerten Rohren“, beklagt sich Simmons. „Doch wir haben viele positive Dinge hier in Moabit. Es gibt viele Spielplätze, Cafés und eine kulturelle Durchmischung. Man trifft viele verschiedene Menschen. Das ist toll“, erzählt die Lehrerin. Simmons berichtet vom starken Wandel in ihrem Kiez: „In den letzten Jahren wurden hier viele Gebäude abgerissen, aufgestockt oder neu gebaut. Das treibt die Mietpreise nach oben.“ Ein Grund, Berlin demnächst zu verlassen. Bald geht es für sie nach Thüringen. „Es ist uns hier einfach zu voll. Ich bin auf dem Land groß geworden. Das fehlt mir“, sagt sie.