Gentrifizierung

Otto-Suhr-Siedlung wird sozialverträglich saniert

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg schloss einen Vertrag mit der Deutsche Wohnen SE, die Modernisierungsumlage liegt unter 2 Euro.

Die Otto-Suhr-Siedlung ist eines der ersten Demonstrativbauvorhaben der Nachkriegszeit, welches die Stadterneuerung in West-Berlin prägte.

Die Otto-Suhr-Siedlung ist eines der ersten Demonstrativbauvorhaben der Nachkriegszeit, welches die Stadterneuerung in West-Berlin prägte.

Foto: akg-images

Mieter der Otto-Suhr-Siedlung in Kreuzberg können aufatmen. Die geplante Sanierung ihrer Wohnungen soll sozialverträglich ablaufen. Dazu hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg einen Vertrag mit der Deutsche Wohnen SE geschlossen. Die Modernisierungsumlage werde pauschal auf höchstens 1,79 Euro je Quadratmeter begrenzt, so Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne).

Wenn die Mieter die Ankündigung vom Eigentümer bekommen, haben sie zwei Monate Zeit, um einen finanziellen Härtefall geltend zu machen. Das ist gegeben, wenn die Bruttowarmmiete nach der Modernisierung mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Die Deutsche Wohnen SE soll bei Härtefällen adäquate Hilfsmaßnahmen anbieten. Das Unternehmen führt in der Siedlung Instandsetzungen durch. Um Energie zu sparen, werden außerdem Fassaden gedämmt und Fenster ausgetauscht. In der Folge steigen die Mieten. Mit dem Vertrag sei es gelungen, Bewohner mit geringem Einkommen vor Verdrängung zu schützen, so Stadtrat Schmidt.

Die Otto-Suhr-Siedlung wurde in den 50er- und 60er-Jahren gebaut. Sie liegt in einem Milieuschutzgebiet. Modernisierungsvorhaben bedürfen deshalb der Genehmigung durch das Bezirksamt. Viele Rentner und sozial schwache Familien leben im Quartier. Eine Initiative kämpft seit Monaten dafür, dass die Wohnungen auch nach der Modernisierung bezahlbar bleiben. Sie hatte Unterstützung von Bezirkspolitikern gefordert. „Die geschlossene Vereinbarung werten wir als Teilerfolg in unserem Kampf gegen die Verdrängung der Bestandsmieter aus der Otto-Suhr-Siedlung“, teilt die Initiative mit.