Kartenzahlung am Gerät

Verkehrssünder sollen künftig sofort per Karte zahlen können

Die Berliner Polizei soll mit mit mobilen Lesegeräten ausgerüstet werden. Verkehrssünder können bei Vergehen dann sofort bezahlen.

XXL-Verkehrskontrolle zum Start der Motorradsaison

Mehrere Motorräder wurden direkt aus dem Verkehr gezogen. Wir waren bei der XXL-Verkehrskontrolle in Treptow mit der Kamera dabei.

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Berlin. Die Berliner Polizei wird die Möglichkeit der „Sofortkasse“ bis zum Jahresende flächendeckend in der ganzen Stadt einführen. Das sagte der Leiter der Bußgeldstelle, Christian Haegele, der Berliner Morgenpost am Rande einer Großkontrolle der Polizei in Alt-Treptow. Mehrere Geräte würden beschafft und schrittweise auf den Abschnitten verteilt. Bislang war vor allem die Fahrradstaffel mit den Kartenzahlungsgeräten unterwegs. Dort habe sich das System bewährt und sei für alltagstauglich befunden worden, so Haegele weiter. Mit der Sofortkasse soll der bürokratische Aufwand reduziert werden. Wer Verwarngelder vor Ort zahlt, bekommt keine Post mehr nach Hause. Er kann dort, wo das Gerät zum Einsatz kommt, aber auch nicht mehr bar bezahlen.

Zum ersten Mal kam das neue Gerät bei einer Großkontrolle der Polizei am Freitag in Alt-Treptow zum Einsatz. Zwischen 11 und 15 Uhr hatten Beamte des 3. Verkehrskommandos vor allem Motorräder und Mopeds kontrolliert. Die Beamten wurden unterstützt von Kommissaranwärtern der Polizeihochschule, die an diesem Tag die Theorie aus dem Hörsaal einem Praxistest unterzogen. Angeleitet wurden sie von erfahrenen Polizeikräften. „In relativ kurzer Zeit haben wir sehr viele Verstöße festgestellt“, sagte Polizeisprecher Martin Dams. In vier Stunden wurden knapp 150 Fahrzeuge an der Kontrollstelle an der Puschkin­allee untersucht. Dabei wurden 56 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Bei vier Fahrzeugführern fiel der Ersttest wegen des Verdachts auf Drogenkonsum positiv aus. Den Fahrern wurde Blut abgenommen. Einer von ihnen kam trotz untersagter Weiterfahrt zurück und setzte sich ans Steuer. Er durfte das Prozedere ein weiteres Mal durchlaufen.

Motorradfahrer fuhr mit Tempo 97 statt 50

Den Höchstwert bei den 36 durchgeführten Geschwindigkeitsüberschreitungen erreichte ein 45-jährigen Motorradfahrer. Er fuhr 97 Stundenkilometer bei erlaubten 50. Bei mehreren Motorrädern wurden zudem Lärm-Verstöße festgesellt. Die Maschinen überschritten die auf den Zulassungen eingetragenen Dezibel-Werte mitunter um ein Vielfaches. Ein Bus wies erhebliche Mängel an Achsen, Bremsen und Lenkung auf.