Freie Universität Berlin

Ein „Popstar“ wird neuer Präsident der Freie Universität

Der Akademische Senat hat den Mathematikprofessor Günter Ziegler zum neuen Präsidenten gewählt.

Der „Popstar der Mathematik“ Günter Ziegler wird der neue FU-Präsident

Der „Popstar der Mathematik“ Günter Ziegler wird der neue FU-Präsident

Foto: imago stock / imago/tagesspiegel

Berlin. Günter M. Ziegler ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Dem 54 Jahre alten Mathematiker reichte am Mittwoch ein Wahlgang, um vom erweiterten Akademischen Senat der Freien Universität zu deren neuen Präsidenten gewählt zu werden. 61 Mitglieder waren wahlberechtigt, nötig war die absolute Mehrheit aller möglichen Stimmen, also 31. Diese Hürde nahm Ziegler deutlich, für ihn wurden 39 Stimmen abgegeben. Für seine Mitbewerberin Tanja Brühl, Professorin an der Universität Frankfurt/Main, votierten 15 Wahlberechtigte.

Günter M. Ziegler wurde 1963 in München geboren. Nach dem Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität seiner Heimatstadt promovierte er 1987 am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge/USA. Nach vierjähriger Tätigkeit in Augsburg kam er 1992 nach Berlin, wo er am Konrad-Zuse-Zentrum (heute Zuse Institut Berlin) arbeitete, einem mathematischen Forschungsinstitut des Landes Berlin. Ziegler habilitierte sich an der Technischen Universität Berlin (TU) und war dort von Januar 1995 bis Februar 2011 Professor für Mathematik. Seit März 2011 forscht und lehrt er an der Freien Universität Berlin, seit Mai 2017 ist er auch Honorarprofessor an der TU.

„Popstar der Mathematik“

„Ziegler engagiert sich für ein vielfältiges und lebendiges Bild der Mathematik in der Öffentlichkeit“, teilte die Pressestelle der FU mit. Auf den Klappentexten seiner populären Bücher klingt es prägnanter: Er sei ein „Popstar der Mathematik“ und „Deutschlands smartester Mathematikprofessor“.

Auf jeden Fall ist er ein Mann mit einer großen Leidenschaft für die Zahl Pi. Einer, der überall sein Spezialgebiet, die sogenannte Diskrete Geometrie, sieht und Laien für seine Profession einzunehmen weiß. Für ihn ist Mathematik der jahrtausendealte, qualvolle Versuch, die Welt zu beschreiben. „Es ist ein kreatives und komplexes Ding, das uns andauernd umgibt. Jeder kann sich dafür begeistern“, sagt er. Seine Bücher heißen „Mathematik – Das ist doch keine Kunst“ und „Darf ich Zahlen – Geschichten aus der Mathematik“. Mit seinem österreichischen Kollegen Martin Aigner schrieb er „Das Buch der Beweise“, dessen fünfte Auflage in der deutschen Fassung und sechste englische Auflage in Vorbereitung sind und das inzwischen in 14 Sprachen übersetzt wurde.

Der bisherige FU-Präsident Peter-André Alt hatte nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert. Der Literaturwissenschaftler wurde Ende vergangenen Jahres zum Präsidenten der bundesdeutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gewählt und tritt sein neues Amt am 1. August an. Wenn die fünftägige Einspruchsfrist verstrichen ist, kann Ziegler vom Berliner Senat offiziell bestellt werden. Wann die Übergabe des Staffelstabes an der Freien Universität erfolgt, steht noch nicht fest.

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