Nach Feuerwehr-Protesten

Berliner Feuerwehr bekommt höhere Zulage und neue Technik

Innensenator Geisel hat Montag bessere Bedingungen für Berlins Feuerwehrleute unterzeichnet. Die Feuerwehr beendet ihre Protestaktion.

Ausnahmezustand Rettungsdienst

Die Sanitäter der Berliner Feuerwehr sind komplett überlastet - auch weil sie zu oft bei Kleinigkeiten ausrücken müssen.

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Berlins Feuerwehrleute bekommen eine höhere Zulage und neue Technik. Zudem wird ab 1. Mai die Arbeitszeit auf 44 Stunden pro Woche reduziert. Dies sieht eine Vereinbarung vor, die Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag mit drei Gewerkschaften unterzeichnete. Ziel ist demnach, die Arbeitsbedingungen der Einsatzkräfte zu verbessern. Seit einem Monat hatten Feuerwehrleute mit einem Mahnfeuer "Berlin brennt" vor dem Roten Rathaus protestiert. Nun sollte das Feuer gelöscht werden.

Geisel betonte, bereits mit dem Haushalt 2018/19 sei die Trendwende zu der angespannten Situation eingeläutet worden. 350 zusätzliche Stellen werden eingerichtet, für 8,7 Millionen Euro 94 neue Fahrzeuge angeschafft.

Der SPD-Politiker hatte in der vergangenen Woche im Abgeordnetenhaus betont, über Jahrzehnte angehäufte Missstände könnten nicht über Nacht geändert werden. Die Personalsituation sei "außerordentlich schwierig", die Ausbildung neuer Mitarbeiter dauere mehrere Jahre.

Die Feuerwehrzulage wird angehoben

Die Schichten der Feuerwehrleute umfassen laut Innenverwaltung künftig 12 und nicht mehr 24 Stunden. Erwartet wird, dass dadurch die Krankheitsquote sinkt.

Die angehäuften Überstunden der Feuerwehrleute sollen ausgezahlt werden. Gerechnet wurde mit fünf Millionen Euro. Die Feuerwehrzulage steigt rückwirkend zum 1. Januar auf 133,75 Euro. Auch eine Kampagne gegen den Missbrauch von Notfallnummern ist geplant.

Laut Innenverwaltung konnten allein bis Ende März dieses Jahres in 1386 Fällen Löschfahrzeuge nicht oder nur eingeschränkt besetzt werden. Das war in drei Monaten häufiger als im gesamten vergangenen Jahr - 2017 lag die Zahl bei 1134.

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