Nach Angriff

Kippa als Geschenk: Überraschungsaktion gegen Antisemitismus

Nach dem Angriff auf einen Israeli in Prenzlauer Berg wurden am Sonntag die Kopfbedeckungen in Berliner Parks verschenkt.

Wie es zu dem antisemitischen Angriff in Prenzlauer Berg kam

Der Angreifer schlug mit einem Gürtel auf einen Kippa tragenden Israeli ein. Das Opfer filmte - und erzählt im Video, was passierte.

Wie es zu dem antisemitischen Angriff in Prenzlauer Berg kam

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Berlin. Wie fühlt es sich an, eine Kippa zu tragen? Nach dem Angriff auf einen jungen Israeli Mitte April in Berlin haben Mitglieder der Initiative „Kopf hoch“ die runden Kopfbedeckungen gläubiger jüdischer Männer in Berliner Parks verschenkt. Mit ihrer Überraschungsaktion wollten die Organisatoren am Sonntag mit Menschen über Religion, Glauben und Antisemitismus ins Gespräch kommen. Sie habe viele Leute angesprochen, oft hätten diese aber gleichgültig oder ablehnend reagiert, berichtete Caja Boebel (52), die für die Initiative unterwegs war. Die wenigsten hätten sich konkret äußern wollen.

Die Initiative „Kopf hoch“ besteht nach eigenen Angaben aus jüdischen und auch nicht-jüdischen Mitgliedern. Nach dem Kippa-Flashmob am vergangenen Wochenende und der Kundgebung „Berlin trägt Kippa“ Mitte der Woche sollte die Geschenk-Aktion ein weiteres Zeichen gegen Judenhass setzen.

Der junge Israeli aus einer arabischen Familie hatte Mitte April nach eigenen Angaben eine Kippa aufgesetzt. Er wollte nicht glauben, dass er damit in Deutschland Probleme bekommen würde. Fünf Minuten später wurde er von arabisch sprechenden jungen Männern angegriffen, einer von ihnen schlug mit seinem Gürtel auf ihn ein. Die Attacke wurde mit einem Handy gefilmt und löste bundesweit Diskussionen über Antisemitismus aus.

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