Berlin

Zeichnen gegen den Müll

Rund 1000 Kinder nehmen an Wettbewerb teil. Elfjährige aus Lichtenberg gewinnt

Etwa drei Viertel des Meeresmülls bestehen laut World Wildlife Fund (WWF) aus Plastik. Doch wer denkt, dass nur die Ozeane betroffen sind, irrt. Der Verein „wirBerlin“ bestätigt, dass allein die Müllschiffe, die auf den Berliner Gewässern unterwegs sind, jährlich rund 500 bis 600 Kubikmeter Abfall von der Oberfläche fischen. Dazu kommen ungezählte Mengen, die am Boden der Seen und
Flüsse liegen. Wassertiere und Vögel verwechseln Plastik mit Nahrung. Sie fressen es, verhungern bei vollem Magen oder verfangen sich im Kunststoff und ersticken.

„Zeigt uns, was man gegen den Plastikmüll in unserer Stadt tun kann“ – so lautete das Motto des diesjährigen Kinderplakat-Wettbewerbes von „wirBerlin“. Rund 1000 Berliner Schüler im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren nahmen daran teil. Die Auszeichnung des schönsten Plakats fand am Freitag in den Potsdamer Arcaden statt. „Wir sind sehr beeindruckt, mit wie viel Engagement und Kreativität die Kinder klare Botschaften für ihre Stadt Berlin entwickelt haben. Die Bilder zeigen, dass sie sich intensive Gedanken zum Thema und seinen Auswirkungen auf globaler Ebene gemacht haben“, sagte Beate Ernst, Vorsitzende von „wirBerlin“. Auch die Politik war bei der Preisverleihung vertreten. „Politik braucht Menschen, die uns auf die Füße treten. Nur dann schaffen wir es“, so Susanna Kahlefeld, Mitglied der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

Leni und Helena sind zwei der Schüler, die sich beim diesjährigen Plakatwettbewerb beweisen mussten. Die Freundinnen besuchen dieselbe Grundschule, sind zwölf Jahre alt und wissen jetzt schon, was zu tun ist: „Als ich mit meinen Eltern an der Ostsee war, lag überall Müll im Wasser und am Strand. Ich möchte das nicht mehr. Deswegen verwende ich Pappteller zum Beispiel mehrmals“, sagte Leni. Auch ihre Freundin Helena ist sich ihrer Verantwortung bewusst. „Immer wenn ich Müll auf der Straße sehe, hebe ich ihn einfach auf und werfe ihn weg.“ Die zwei umweltbewussten Mädchen haben für den Wettbewerb alles gegeben, doch den Sieg holte sich die elfjährige Selin aus der
Bürgermeister-Ziethen-Grundschule in Lichtenberg. „Ich freue mich, dass unsere Schule zum zweiten Mal den ersten Platz belegt hat. Ich hoffe, dass mein Plakat den Menschen zeigen wird, was auf der Welt passiert. Ich liebe Berlin und das soll so bleiben“, so die Schülerin.

Das Siegerplakat mit dem Spruch „Plastik? Nein, danke!“ und traurigen Fischen, das in den nächsten Tagen in ganz Berlin auf einigen Flächen zu sehen sein wird, ist zusammen mit vielen weiteren Arbeiten bis zum 6. Mai in den Potsdamer Arcaden zu sehen.

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