Berlin

Tempo 30 wird erst ab Mitte Mai kontrolliert

Auf der Leipziger Straße übt die Polizei derzeit noch Nachsicht

Seit knapp drei Wochen gilt auf einem Teil der Leipziger Straße in Mitte ein neues Tempolimit. Zwischen Potsdamer Platz und Markgrafenstraße – ein gut ein Kilometer langer Abschnitt – müssen sich die Autofahrer an Tempo 30 halten. Doch mit Kontrollen will die Polizei zunächst noch warten. Man wolle den Leuten eine „Eingewöhnungsphase zugestehen“, sagte eine Polizeisprecherin auf Morgenpost-Anfrage. Auch in der Senatsverwaltung von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) wird bestätigt, dass man eine Eingewöhnung für nötig halte.

Ab Mitte Mai sei dann aber „Schluss mit lustig“, heißt es bei der Polizei. Dann wollen die Beamten regelmäßig Radarfahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen aufstellen. Ferner sollen auch Handlaser-Messgeräte zum Einsatz kommen. Stationäre Blitzer sind ebenfalls nicht ausgeschlossen, zunächst aber nicht eingeplant. Von der Berliner CDU kommen deutliche Worte: „Es ist schlampig und peinlich, wie der Senat sein Ideologieprojekt Tempo 30 in der Leipziger Straße vorbereitet hat“, sagte der verkehrspolitische Sprecher, Oliver Friederici, am Freitag. Dass die begleitende Überwachung „frühestens“ Mitte Mai beginne, werde sicherlich nicht zur Verbesserung der Akzeptanz beitragen. „Es erstaunt, dass trotzdem bereits Luftmess-Fahrzeuge vor Ort gesichtet wurden“, sagte Friederici.

Mit der Einrichtung von Tempo 30 will der Senat untersuchen, ob sich so die Abgasbelastung der Luft durch giftige Stickoxide verringern lässt. Weitere Abschnitte folgen im Sommer, darunter vom Potsdamer Platz bis zum Innsbrucker Platz in Schöneberg, die Kantstraße zwischen Amtsgerichts- und Savignyplatz sowie auf dem Tempelhofer Damm zwischen Alt-Tempelhof und Ordensmeisterstraße.