Flüchtlinge

Ausländerbeauftragter gegen Asyl- und Abschiebezentren

Der Berliner Integrationsbeauftragten Andreas Germershausen in seinem Büro.

Der Berliner Integrationsbeauftragten Andreas Germershausen in seinem Büro.

Foto: dpa

Berlins Ausländerbeauftragter Andreas Germershausen hat den Senat aufgefordert, keine Asylzentren für Flüchtlinge in der Hauptstadt einzurichten. "Solche Zentren sind integrationsfeindlich und widersprechen der Integrationspolitik des Berliner Senats", sagte Germershausen am Freitag. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betreibe mit diesen Plänen die Ausgrenzung von Geflüchteten. "Bislang haben sich Politiker aus den Berliner Regierungsfraktionen gegen eine Beteiligung des Landes ausgesprochen. Der Senat sollte sich entsprechend positionieren", sagte Germershausen.

Die große Koalition plant, Asylsuchende künftig in "zentralen Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen" unterzubringen. In den sogenannten "Anker-Zentren" sollen Flüchtlinge nach den Plänen der Bundesregierung künftig von ihrer Ankunft bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag und gegebenenfalls bis zur Rückführung in ihr Herkunftsland untergebracht werden. Die große Koalition erhofft sich dadurch eine Beschleunigung der Asylverfahren und Abschiebungen. Die ersten der geplanten Zentren sollen nach dem Willen Seehofers in vier bis fünf Monaten ihre Arbeit aufnehmen.

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