Klinik

Charité eröffnet fünf Operationssäle

Das Benjamin Franklin Krankenhaus war einmal Europas modernstes Krankenhaus. Nun glänzt es wieder mit hochmoderner Technologie.

Karl Max Einhäupl (l.), Vorstandsvorsitzender der Charité, und Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, stehen in einem von fünf neuen Operationssälen am Campus Benjamin Franklin der Charité

Karl Max Einhäupl (l.), Vorstandsvorsitzender der Charité, und Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, stehen in einem von fünf neuen Operationssälen am Campus Benjamin Franklin der Charité

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin. Zufrieden steht Karl Max Einhäupl in den neu hergerichteten und sanierten Operationssälen auf dem Klinikcampus Benjamin Franklin. Der Neurologe und Vorstandsvorsitzende der Charité demonstriert die neuen Hightech-Gerätschaften und ist selbst sichtlich angetan vom technologischen Fortschritt. „Hier würde ich mich gerne operieren lassen“, sagt der 71-Jährige.

Der Campus Benjamin Franklin in Steglitz kann seinen Patienten zehn rundum sanierte Operationssäle bieten. Bereits im Oktober 2015 hatte der südlichste Standort der Universitätsklinik in der Hauptstadt fünf modernisierte Operationssäle eröffnet. Am Dienstag wurden fünf weitere chirurgische Funktionsräume präsentiert. Und noch immer sind Modernisierungsmaßnahmen geplant. „Das Benjamin Franklin Krankenhaus wurde 1968 als modernstes Krankenhaus Europas eröffnet. „Diesen Titel möchten wir wieder erreichen“, sagt Einhäupl.

Videokonferenzen während Operationen

Für die Sanierung der Operationssäle wurden bisher 22,2 Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert. Vorgesehen waren zunächst 19 Millionen Euro. Den Grund für die Kostensteigerung erklärt Charité-Projektmanager Jan-Philipp Maiwald wie folgt: „Das Projekt wurde 2013 in Planung gegeben. Durch Technologiesprünge und unerwartete Zustände des Krankenhauses mussten wir unsere Kalkulationen im Laufe der Jahre dementsprechend anpassen.“

Im Gesamtbudget enthalten sind neben der technischen Modernisierung der Operationssäle auch Aufwachräume mit 14 Betten, Umkleideräume und eine Dachsanierung über dem OP-Bereich. „Die Säle verfügen über eine komplexe IT-Ausstattung, die beispielsweise Videokonferenzen während eines chirurgischen Eingriffs innerhalb der gesamten Charité ermöglicht und auch für moderne Medizinerausbildung genutzt wird“, sagt Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. „Mit der Sanierung haben wir alle notwendigen Voraussetzungen für eine qualitativ optimierte Funktion der OP-Abteilung geschaffen.“

Weitere Sanierungen der Klinik bereits in Planung

Laut Charité-Chef Einhäupl ist ein Drittel des Steglitzer Krankenhauses damit saniert. Zwei Drittel müssen noch einem modernen Klinikstandard angepasst werden. „Vergleicht man die sanierten Räumlichkeiten des Krankenhauses mit den unsanierten, so ist der Unterschied gewaltig. Das wollen wir in Angriff nehmen“, kündigt Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, an. „In einem dritten Bauabschnitt wird ab 2020 die OP-Ebene für rund 11,9 Millionen Euro komplettiert. Dabei werden fünf weitere hochmoderne OP-Säle entstehen“, sagt Jochen Brinkmann, Leiter des Baumanagements der Charité.

„Moderne Krankenversorgung“, bestätigt Staatssekretär Krach, „ist wichtig. High-Tech-OPs, Pflegestationen und Notaufnahmen sind nur einige Beispiele. Allein für den Campus Benjamin Franklin nehmen wir in den kommenden Jahren über 100 Millionen Euro in die Hand.“

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