Berlin-Reinickendorf

Strandbad Lübars eröffnet vorzeitig die Saison

Der Pächter des Lübarser Bades lässt die ersten Gäste schon jetzt ein. Das Strandbad Tegel hat dagegen keine Betriebserlaubnis mehr.

Tapfer: Judith steigt im Strandbad als eine der Ersten in diesem Jahr ins Wasser

Tapfer: Judith steigt im Strandbad als eine der Ersten in diesem Jahr ins Wasser

Foto: Daniel Schaler

Reinickendorf.  Kinder sausen die Rutschen herunter, Jugendliche messen ihren Mut beim Turmspringen, Pärchen liegen im Sand und genießen die Sonne. Im Strandbad Lübars hat am Freitag vor fast allen anderen Freibädern bis auf das Strandbad Wannsee die Saison begonnen. „Eigentlich wollten wir nur am Freitag öffnen. Da das Wetter aber am Wochenende sehr gut werden soll, werden wir auch Sonnabend und Sonntag von zehn bis 18 Uhr öffnen“, sagt Olaf Schenk, der das Strandbad mit Henry Arzig gepachtet hat. Ab Freitag, 27. April, können Badegäste jeden Tag zwischen acht und 19 Uhr schwimmen, in den Sommerferien bis 20 Uhr.

Auf diesen Tag hat Schenk mit seinen Mitarbeitern lange gewartet, viel dafür getan. 400 Tonnen Sand wurden kürzlich aufgeschüttet, Liegen und Strandkörbe gereinigt und Mängel beseitigt, Sprungbretter angebracht, die Pumpen in den Rutschen und alle Wasseranschlüsse montiert. Als vor zwei Tagen das Gesundheitsamt grünes Licht gab, war klar: Die Saison kann starten.

Olaf Schenk ist ein waschechter Lübarser und betreibt das Strandbad seit zehn Jahren mit Herzblut. „Ich habe hier schwimmen gelernt und war als kleiner Junge oft hier“, erinnert er sich. Als das Strandbad von den Bäderbetrieben ausgeschrieben wurde, war für ihn klar, dass er ein Konzept entwickelt und sich mit seinem Freund Henry Arzig bewirbt. Gegen acht Mitstreiter konnten sich die beiden durchsetzen.

Doch nicht alle Jahre waren rosig. „2017 war schon hart für uns“, sagt Schenk und meint den verregneten Sommer. Er will aber nicht zurückschauen, sondern grundsätzlich nach vorne. Jetzt freut er sich auf die Saison, wünscht sich viele sonnige Tage und glückliche Gäste. „Wenn die Menschen hier Spaß haben, ist das für uns der größte Dank“, sagt Schenk.

Neben einem langen Sandstrand mit Liegen und Strandkörben gibt es zwei Rutschen, einen Sprungturm, ein Restaurant sowie einen Imbiss. Eingeteilt ist der natürliche See in einen Nichtschwimmer- und einen Schwimmer-Bereich. Die tiefste Stelle misst fast 15 Meter. Das Wasser wird alle zwei Wochen von Fachleuten der Technischen Universität überprüft. Es ist einwandfrei.

Das Strandbad Lübars ist mittlerweile das einzige im Bezirk

Das Strandbad Lübars ist mittlerweile das einzige im Bezirk, nachdem jenes in Tegel geschlossen ist. Mitte Januar haben die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) die Rohrleitungen des Bades mit Dämmstoff verfüllt und die Schächte mit Sand zugeschüttet. Das war nach Angaben von Matthias Tang, Sprecher der Senatsumweltverwaltung, nötig, weil sich das Strandbad in der streng geschützten Zone des Wasserwerks Tegel befinde. Hier sei die „hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung“ maßgeblich. In dieser Zone seien zweiwandige Wasserrohre vorgeschrieben. Das Strandbad verfüge aber nur über einwandige, weshalb die Betriebserlaubnis erloschen sei.

„Die einwandigen Rohre hätte auch ein neuer Investor nicht zu doppelwandigen Rohren umrüsten können. Die Rohre müssen letztendlich entfernt werden“, sagt Tang. Die Dichtheit der Abwasseranlage hätte wiederholt, letztmalig 2016, nicht nachgewiesen werden können. Das Verfüllen sei risikominimierend und ohne Einfluss auf das Baden im Tegeler See.

Passend zum Sommerwetter ist das Beachvolleyballfeld im Freizeitpark Tegel an der Malche, Zugang über die Campestraße, geöffnet. Die Saison soll mit einem Turnier am 17. Juni um 10 Uhr offiziell eröffnet werden.

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