Berlin

Ausländische Erzieher für Kitas

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Auf ihrem Landesparteitag am Sonnabend wollen die Grünen neue Ideen diskutieren

Die Berliner Grünen wollen sich gegen das Kita-Chaos in der Hauptstadt stemmen. „Kitaplätze sind seit Jahren Mangelware“, sagte Landeschefin Nina Stahr am Donnerstag. In der Vergangenheit sei hier strukturell zu wenig getan worden – ein Seitenhieb gegen den Koalitionspartner SPD, der seit 1996 für die Kitas verantwortlich zeichnet.

Zuletzt gab es in Berlin 168.000 Kitaplätze. Nach Angaben der Familienverwaltung fehlen unterm Strich momentan mindestens 2500 Plätze, die Grünen gehen sogar von um die 5000 aus. Neben der steigenden Zahl an Kitakindern, können Eltern einen Kitaplatz inzwischen einklagen. Die Grünen fordern ein Bündel an Maßnahmen. Ganz vorne steht dabei eine bessere Bezahlung der Erzieher. Eine Aufstockung in die nächsthöhere Entgeltgruppe müsse es mindestens sein, so Stahr, auch wenn das immer noch zu wenig sei. Parallel müsse ausländischen Bewerbern der Jobeinstieg erleichtert werden – einerseits durch die Anerkennung ihrer Abschlüsse, andererseits durch mehr Entgegenkommen bei den Deutschkenntnissen. Bislang ist für die Arbeit in den Kitas das Niveau C1 erforderlich. Laut Stahr müsse es möglich sein, dass nötige Zertifikat parallel zu erwerben: „Wenn unter acht Erziehern einer dabei ist, der nicht perfekt Deutsch spricht, dann ist das kein Weltuntergang.“ Überbelegungen von Kitas, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sie zuletzt angestoßen hat, lehnen die Grünen klar ab.

Über ihr Kita-Aktionsprogramm will die Ökopartei am morgigen Sonnabend auf ihrem Landesparteitag beraten. Zweiter Schwerpunkt in Adlershof ist die Diskussion um eine saubere Stadt. In einem Antrag schlagen die Grünen Maßnahmen zur Müllvermeidung vor, etwa den Ausbau von Pfandsystemen für Kaffeebecher. Zudem wird dort die flächendeckende Aufstellung kostenloser Biotonnen gefordert, um den Anteil des Biomülls am Restmüll zu reduzieren (siehe Texte oben). Die Grünen setzen auch auf Aufbereitung sowie eine bessere Vorsortierung des Mülls mit dem Ziel, am Ende deutlich weniger zu verbrennen.

In dem Antrag geht es auch um Wege zu einer sauberen Stadt. „Hundekot und Sperrmüll auf Straßen und Gehwegen oder Spritzen auf dem Spielplatz sind eine Enteignung des öffentlichen Raums, die wir so nicht hinnehmen können“, sagte Landeschef Werner Graf. Den SPD-Vorschlag, sogenannte Müllsheriffs einzusetzen, die nach dem Verursachern von Müll forschen, lehnen die Grünen indes ab.

( lov )