Terrorismus

Kripo-Bericht zu Amri durchgesickert: FDP erstattet Anzeige

Die Anzeige richtet sich gegen Unbekannt. Laut FDP-Abgeordnetem Marcel Luthe gilt der Verdacht aber besonders der Innenverwaltung.

Das Attentat auf dem Breitscheidplatz (Archivbild)

Das Attentat auf dem Breitscheidplatz (Archivbild)

Foto: dpa

Berlin. Nachdem ein interner Untersuchungsbericht der Berliner Kriminalpolizei zum islamistischen Attentäter Anis Amri durchgesickert ist, hat der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe Anzeige erstattet. Dabei gehe es vor allem um den Verdacht der Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht (Paragraf 353 b), wie Luthe am Dienstag an die Staatsanwaltschaft schrieb.

Die Anzeige richtet sich gegen Unbekannt. Luthes Verdacht gilt aber besonders der Senatsinnenverwaltung, der der 188-seitige Bericht der Taskforce "Lupe" vor dem Wochenende vorlag. Der Text habe den Geheimhaltungseinstufungen "VS - nur für den Dienstgebrauch" und "VS - vertraulich" unterlegen. Das Abgeordnetenhaus habe ihn erst nach der Veröffentlichung im "Spiegel" erhalten, so Luthe.

In ihrem Bericht listete die Kripo demnach zahlreiche Versäumnisse der Polizei bei Ermittlungen gegen den Terrorattentäter Amri auf. Darunter waren 32 schwere Mängel. Die Taskforce war am 23. Mai 2017 eingesetzt worden. 27 Polizisten und Mitarbeiter überprüften 7600 Telefongespräche und 10 200 SMS Amris in arabischer Sprache, die die Polizei zwischen dem 5. April und 21. September 2016 abgehört hatte.

Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland waren am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet und viele Dutzend verletzt worden.

TV-Doku zeigt Chronik des Versagens im Fall Anis Amri

Ein ARD-Film von Berliner Morgenpost und RBB am Montag zeigt, wie es zum Breitscheidplatz-Anschlag kam.
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