Statistik

An diesen Wochentagen ist es in Berlin besonders gefährlich

Wie verteilen sich Gewalttaten auf Wochentage und Uhrzeiten? Eine neue Statistik gibt Aufschluss.

Ein Polizeieinsatz am Alexanderplatz (Archivbild)

Ein Polizeieinsatz am Alexanderplatz (Archivbild)

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Am Wochenende gibt es in Berlin mehr Gewalttaten als an anderen Wochentagen. Das gilt besonders für die Sonnabende, an denen es im vergangenen Jahr zu 8383 erfassten Gewalttaten kam. Auch Sonntage liegen mit 8000 Vorgängen auf einem höheren Niveau als die Wochentage. An den übrigen Wochentagen liegt die Zahl bei rund 7000 Gewalttaten, wobei der Montag mit 6873 gezählten Taten den geringsten Wert verzeichnet.

An welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten ist es in Berlin – rein statistisch gesehen – besonders gefährlich? Diese Frage hatte der Berliner FDP-Abgeordnete Thomas Seerig an den Berliner Senat gerichtet – und von der Justizverwaltung eine sehr detailreiche Auflistung erhalten.

Auch die Tageszeiten sind in der Statistik aufgezeichnet: Demnach erreicht die Anzahl an Gewalttaten in der Zeit von 18 bis 19 Uhr mit 3222 ihren Höhepunkt. Ein zweiter sich deutlich abzeichnender Wert ergibt sich in der Zeit von 0 bis 1 Uhr (2628). Danach sinken die Zahlen rapide, bevor sie am Vormittag wieder kontinuierlich ansteigen.

Die Antwort der Justizverwaltung erfasst auch die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt. Auch hier stechen die Wochenenden deutlich hervor, vor allem Sonntage mit 2286 erfassten Fällen. Die wenigsten Taten wurden am Montag (1749) registriert. Bei Fällen häuslicher Gewalt erreichen die Fallzahlen durchschnittlich in der Zeit zwischen 20 und 21 Uhr sowie zwischen 0 und 1 Uhr ihre Spitze. Auch in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr werden besonders viele Taten registriert.

Gewaltschutzambulanz nicht rund um die Uhr geöffnet

Obwohl die meisten Gewalttaten am Wochenende und in den Abendstunden geschehen, hat die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité in der Woche und einschließlich der mobilen Dienste nur von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Ein Betrieb an sieben Tagen in der Woche und rund um die Uhr wäre mit Mehrkosten in Höhe von 800.000 Euro verbunden, heißt es aus der Justizverwaltung. Die Gesamtkosten lägen bei 1,8 Millionen Euro. "Ich werde mich bei den nächsten Haushaltsberatungen dafür stark machen, dass die Ambulanz mehr Gelde bekommt, um länger öffnen zu können", sagte der FDP-Abgeordnete Thomas Seerig der Berliner Morgenpost.

Die Ambulanz dient nicht der medizinischen Versorgung, sondern der vertraulichen Spurensicherung ohne polizeiliche Anzeige. Die kostenlose Dokumentation durch Rechtsmediziner kann im Fall einer späteren Verhandlung vor Gericht verwendet werden. Mitarbeiter der Ambulanz untersuchten im vergangenen Jahr 610 Gewaltopfer, damit hat sich die Fallzahl seit dem Gründungsjahr 2014 mehr als verdreifacht. Die Opfer waren großteils Frauen, als Täter wurden häufig Partner oder Ex-Partner genannt.

Fünf mobile Wachen sollen im Stadtgebiet errichtet werden

Was die Statistik für ganz Berlin hergibt, lässt sich an kriminalitätsbelasteten Orten wie dem Görlitzer Park, dem Kottbusser Tor und der Warschauer Brücke wie unter dem Brennglas beobachten. Auch hier springen die Zahlen, wenn an diesen Orten besonders viele Touristen unterwegs sind, nach oben. Die Schwerpunkttage fallen auf den Freitag, Sonnabend und Sonntag und dabei jeweils in den späten Nachmittags-, Abend- und Nachtstunden.

Es ist beabsichtigt, insgesamt fünf mobile Wachen im Stadtgebiet einzurichten, heißt es in einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz und Turgut Altug (Grüne). Die Wachen sollen an kriminalitätsbelasteten Orten errichtet werden. Eine steht bereits am Alexanderplatz. Als weitere Orte kommen die Bereiche Görlitzer Park, Warschauer Brücke und das RAW-Gelände infrage. Eine Festlegung gibt es noch nicht.

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