Bildung

Externe Computer-Techniker sollen Schulen helfen

Beamer, Smartboards, PCs: Senat weitet Pilotprojekt zur Entlastung der Lehrer aus.

Die Senatsbildungsverwaltung will den Bezirken Betreuung und Wartung der IT abnehmen.

Die Senatsbildungsverwaltung will den Bezirken Betreuung und Wartung der IT abnehmen.

Foto: itsock/Jacob Ammentorp Lund / Getty Images/iStockphoto

Rein statistisch kommt an Berlins Schulen auf acht Schüler inzwischen ein Laptop oder PC. Das ist definitiv ausbaufähig, doch liegen die Schulen damit nicht mehr ganz so sehr im Tal der Ahnungslosen wie noch vor wenigen Jahren. Auch die Zahl der Smart­boards nimmt langsam aber sicher zu, gleiches gilt für Beamer.

Allein: Die Technik muss auch funktionieren. Doch daran haperte es. In den meisten Bezirken wurde nämlich kein Wartungsvertrag mit einer IT-Firma abgeschlossen. Sondern an den Schulen eine technikaffine Lehrkraft mit der Wartung beauftragt, die dafür zwar von ihren eigentlichen Aufgaben entlastet wird, doch reichen Zeit – und Know-how – nicht immer aus. Manchmal springen sogar Eltern ein. „Es sind Anforderungen entstanden, die ein Kollege allein nicht mehr bewältigen kann“, sagt Elke Janke, Schulleiterin der Janusz-Korczak-Schule in Pankow. Eine „schwierige Situation“, findet auch Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD), die die Organisation an den Schulen mit einem „Flickenteppich“ vergleicht. Ungünstig in Zeiten der Digitalisierung, die zu meistern sich die rot-rot-grüne Koalition groß auf die Fahnen und in den Koalitionsvertrag geschrieben hat.

Mehr als 400 betroffene Schulen

Die Senatsbildungsverwaltung will den Bezirken Betreuung und Wartung der IT deshalb abnehmen. Per Ausschreibung wurde eine externe Firma gefunden, die sich um diese Aufgaben künftig kümmert. Bis zu den Sommerferien sollen Techniker der europaweit agierenden Bechtle AG an 250 Schulen im Einsatz sein, was knapp 40 Prozent aller Einrichtungen entspricht. Acht Stunden pro Woche sollen die Mitarbeiter die Technik in Schuss halten und modernisieren. Mittelfristig sollen alle interessierten Schulen – insgesamt mehr als 400 – dabei sein.

Umfrage: Schulen begrüßen externe Unterstützung

Damit will Scheeres ihr 2016 gestartetes Pilotprojekt ausweiten. Bis auf Neukölln, das bereits über eine eigene Wartungsvereinbarung verfügt, meldeten alle Bezirke damals eine Grundschule, eine Integrierte Sekundarschule, ein Gymnasium und ein Förderzen­trum für den Versuch an. Das Ergebnis: Laut einer Umfrage wurden technische Probleme schneller und effektiver behoben. Die Unterstützung durch die externen Experten habe das Schulnetz beschleunigt, Rechner integriert und Software eingebunden, hieß es an einer der teilnehmenden Schulen. Die Umstellung des Betriebssystems XP auf Windows 10 wäre ohne den Support nicht möglich gewesen, hieß es an einer anderen. Das Vorhaben sei eine notwendige Entlastung, sagt auch Tom Erdmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass die Techniker-Stellen nicht extern vergeben, sondern im öffentlichen Dienst geschaffen worden wären.

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