Online-Shopping

Paketbetrüger schlugen 2017 mehr als 15.000 mal in Berlin zu

Sie bestellen Pakete auf fremde Namen und holen sie dann bei Nachbarn ab. Der Schaden für die Opfer geht oft in die Tausende Euro.

Paketbetrüger bestellten 2017 mehr als 15.000 mal Waren auf fremde Namen (Archiv)

Paketbetrüger bestellten 2017 mehr als 15.000 mal Waren auf fremde Namen (Archiv)

Foto: A3250 Oliver Berg / dpa

Mehr als 15.000 mal haben Täter im vergangenen Jahr in Berlin unter fremden Namen im Internet Waren bestellt und sich damit Zugang zu teuren Markenartikeln verschafft. Der Schaden für die Opfer liegt oft bei mehreren tausend Euro. Denn sind die Pakete in die Hände der Täter gelangt, haben es die Betroffenen oft schwer, nachzuweisen, dass sie nicht der Besteller der Ware waren.

Nur ein Drittel der Fälle wird aufgeklärt. Trotzdem sollte man auf keinen Fall für die nicht bestellte Ware zahlen, raten Verbraucherschützer. Das berichtet das rbb-Verbraucher-Magazin "SUPER.MARKT" in seiner aktuellen Ausgabe.

Täter geben sich als Verwandte oder Partner aus

Die Täter haben zuvor ausspioniert, ob ein Bewohner über längere Zeit abwesend ist. Dann bestellen sie auf dessen Namen teure Markenartikel. Landet die bestellte Ware beim Nachbarn, weil der Empfänger nicht da ist, geben sich die Täter als Verwandter oder Lebenspartner aus, um so an die Ware zu kommen. Die neue Möglichkeit, den Weg der Pakete online zu verfolgen trägt dazu bei, dass die Tätern sogar den Paketboten bereits an der Tür abfangen können.

Erleichtert wird der sogenannte Warenkreditbetrug dadurch, dass viele Nachbarn Pakete und Päckchen für abwesende Mieter entgegen nehmen. "Lässt sich der Nachbar die Identität desjenigen, der das Paket abholt, nicht nachweisen, handelt er grob fahrlässig und muss Schadensersatz zahlen", sagt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Während die privaten Opfer nur über eine Anzeige bei der Polizei und viel Papierkrieg nachweisen können, dass sie die Bestellungen nicht ausgelöst haben, zeigen immer weniger Firmen den Diebstahl an. Laut LKA Berlin haben viele Anbieter den Verlust von Waren durch den so genannten Bestellbetrug bereits mit einkalkuliert - also zu Lasten aller Kunden.

Mehr zum Thema:

Das sind die dreisten Tricks der Paketbetrüger von Berlin

Verbraucher: Was mache ich mit den unbestellten Paketen?

Paket-Trick: Berliner TV-Sternchen mit Messer bedroht

Polizisten finden ganzes "Warenlager" an Elektrogeräten

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.