Friedrichshain

Linksextreme rufen zu Angriffen auf die Berliner Polizei auf

Ziel der Angriffe müsse es sein, dass kein Polizist mehr ohne Angst in Friedrichshain unterwegs sein könne, heißt es in einem Schreiben

Im Internet formulierten Extremisten Drohungen gegen die Berliner Polizei nach einem EInsatz vor wenigen Wochen

Im Internet formulierten Extremisten Drohungen gegen die Berliner Polizei nach einem EInsatz vor wenigen Wochen

Foto: Paul Zinken / dpa

Auf der linksextremistischen Internetplattform Indymedia wird erneut zu vermehrten Pflasterstein-Attacken auf Polizeibeamte und Fahrzeuge aufgerufen. Am Freitag meldete sich eine Gruppe von Linksextremisten zu den jüngsten Attacken in Friedrichshain in menschenverachtender Weise zu Wort. Man habe die Polizisten – die Autoren nennen die Beamten wie in diesen Gruppen üblich "Schweine" – "zum Abschuss freigegeben", heißt es in dem Pamphlet.

Die permanenten Angriffe, hier durchaus zutreffend als Steinhagel bezeichnet, wurden in dem Text als Rache für die Razzia vor zwei Wochen in der Rigaer Straße bezeichnet. Ziel der Angriffe müsse es sein, dass kein Polizist mehr ohne Angst in Friedrichshain unterwegs sein könne, heißt es in dem Text weiter.

Darüber hinaus gibt es in dem Text Tipps für derartige Attacken. Sorgfältige Aufklärung, welche Strecken die Funkstreifen nehmen, ausreichend Pflastersteine und dunkle Ecken mit geeigneten Fluchtwegen, mehr sei nicht nötig. ­Abschließend heißt es: "Wir hoffen dass es bei unserem Kampf nicht zu viele Verletzte gibt – außer natürlich auf ­Seiten der Polizei."

Mann bittet Polizisten um Zigarette - und greift sie an

Meldungen über Pflasterstein-Attacken gegen Polizeifahrzeuge sind in Berlin trauriger Alltag. Für den jüngsten Vorfall dieser Art sorgten jedoch nicht gewaltbereite Autonome in Friedrichshain-Kreuzberg. Am Freitagabend war der Täter ein Betrunkener, Tatort war der Kurfürstendamm. Dort demolierte der 26-Jährige die Seitenscheibe eines Funkstreifenwagens. Der Auslöser war ebenso banal wie skurril.

Wie eine ­Polizeisprecherin am Sonnabend mitteilte, trat der 26-jährige, sichtlich betrunkene Mann gegen 21.30 Uhr an den Streifenwagen heran und bat die beiden darin sitzenden Beamten um eine Zigarette. Als seiner Bitte nicht entsprochen wurde, zog der verärgerte Mann zunächst von dannen, kehrte allerdings kurz darauf zurück, in der Hand einen faustgroßen Stein, den er gegen die Scheibe der Beifahrertür hämmerte. Als die unverletzt gebliebenen Beamten ihn festnahmen, leistete der Angreifer massiven Widerstand.

Täter schleudern Steine auf Funkwagen

Erst einen Tag zuvor hatten bislang unbekannte Täter in Treptow von einer Brücke herunter Steine auf einen fahrenden Funkstreifenwagen geschleudert. Die Hintergründe dieser Tat sind bislang noch unklar.

Klarheit herrscht hingegen bei den meisten der knapp zwei Dutzend Angriffen in den vergangenen Wochen. Der Staatsschutz geht in nahezu allen Fällen von einem politischen Motiv aus, zudem liegen mehrere Bekennerschreiben vor.

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