Berlin

Neue Kreischefs bei der Berliner SPD gewählt

Gaebler will in Charlottenburg-Wilmersdorf nur noch für ein Jahr Kreischef bleiben. Zudem gab es eine Überraschung.

 Christian Gaebler (SPD) will in Charlottenburg-Wilmersdorf nur noch für ein Jahr Kreischef bleiben

Christian Gaebler (SPD) will in Charlottenburg-Wilmersdorf nur noch für ein Jahr Kreischef bleiben

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Bei der Berliner SPD kommt es zu Veränderungen in den Kreisvorständen: Die Vize-Landesvorsitzende und frühere Finanz-Staatssekretärin Iris Spranger führt nun überraschend den Kreisverband Marzahn-Hellersdorf. Der bisherige Kreischef und frühere Bezirksbürgermeister Stefan Komoß fiel bei der Wahl durch. Er hatte das Amt seit 2009 inne.

In Berlins zweitgrößtem SPD-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf erhielt der langjährige Vorsitzende Christian Gaebler ohne Gegenkandidaten nur 71 Prozent der Stimmen. Es hatte sich bereits abgezeichnet, dass der Mann, den der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Dienstag zum neuen Senatskanzleichef ernennen wird, um seine Zukunft als Kreisvorsitzender kämpfen muss. Vor den Wahlen kündigte der derzeitige Sport-Staatssekretär dann aber an, den Vorsitz bereits nach einem Jahr wieder aufzugeben.

Spannend auch die Wahl in Neukölln: Die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gab dort den Vorsitz ab. Severin Fischer, Mitarbeiter im Leitungsstab des Bundesfamilienministeriums, setzte sich gegen Mirjam Blumenthal, Projektleiterin beim SPD-Bundesvorstand, durch. In Tempelhof-Schöneberg zog sich Gesundheitssenatorin Dilek Kolat von der Spitze des Kreisverbandes zurück. Nachfolger wurde Lars Rauchfuß, der in der Senatskanzlei tätig ist. In Lichtenberg übernimmt die frühere Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro den Kreisverband. Der Ex-SPD-Abgeordnete Ole Kreins trat nicht mehr an.

In Spandau wurde SPD-Fraktionschef Raed Saleh mit 54 Stimmen bei drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen als Kreischef bestätigt. Der Saleh-kritische Abgeordnete Daniel Buchholz verlor den Vize-Vorsitz an Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank. Im größten Kreisverband Mitte, in dem die Bundestagsabgeordnete Eva Högl kandidiert, wird in einer Woche gewählt. In Reinickendorf, wo Lagerkämpfe toben, wird Kreischef Jörg Stroedter am 6. Mai womöglich abgelöst. Chancen könnte der Rechtsanwalt Christian Oestmann haben.

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