Beelitz

Hurra, jetzt ist der Spargel da

In Beelitz wurde die Saison eröffnet. Preise, Zubereitung und gute Adressen für den Einkauf – der große Service rund um das Edelgemüse

Beelitz. Etwas später als gewohnt ist jetzt Spargel aus der Region in Berlin und Brandenburg zu haben. Das zunächst sehr kühle Frühjahr hatte die Ernte verzögert. Die diesjährige Beelitzer Spargelkönigin, Lara Luisa Kramer, stach am Donnerstag mit dem Maskottchen Spargelino auf dem Feld des Spargelhofs Märkerland die ersten Stangen und eröffnete damit offiziell die Saison. Spargel aus Beelitz ist jetzt auch per EU-Siegel geschützt. Mit einer Anbaufläche von rund 4900 Hektar und 100 Betrieben ist Brandenburg nach Niedersachsen Deutschlands zweitgrößte Spargelregion.

Preise

Noch ist Brandenburgs „Weißes Gold“ recht teuer. „In der Stadt wird ein Kilo bester Spargel für 14,90 Euro verkauft“, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, am Donnerstag der Berliner Morgenpost. „Aber der Preis wird jetzt ganz schnell in den einstelligen Bereich sinken“, erwartet Jakobs. Denn die Beelitzer Spargelbauern rechnen wegen der hohen Temperaturen nun mit „einem fulminanten Erntestart“. In Brandenburgs Spargelhöfen liegen laut Jakobs die Preise schon jetzt bei 4,90 Euro für Bruchspargel und 11,90 Euro für erste Wahl.

Weiß oder grün?

Sonnenlicht macht den Spargel grün. Während der weiße Spargel unter der Erde, in Dämmen, gezogen wird, wächst der grüne Spargel über der Erde und kann so Chlorophyll bilden. Weißer Spargel ist in Deutschland beliebt und damit der Klassiker. Der grüne Spargel gilt bei Liebhabern als würziger.

Frischetest

Frischen Spargel erkennt man an der saftigen Schnittfläche, bei leichtem Druck tritt Wasser aus. Er hat einen leicht aromatischen, aber keinesfalls herben Geruch. Er soll elfenbeinfarben aussehen, ohne braune Flecken. Die feldfrischen Stangen quietschen, wenn man sie aneinander reibt. Aber Vorsicht: Sie brechen dann schnell.

Schälen

Mit einem Spar- oder besonderen Spargelschäler lässt sich am meisten von den edlen Gemüsestangen erhalten. Geschält wird unterhalb des zarten Kopfs bis zum Ende. Zu feste Enden mit dem Messer entfernen. Die Schalen können übrigens in Salzwasser ausgekocht und damit als Basis für Suppen und Soßen verwendet werden. Grüner Spargel bleibt meist ungeschält.

Zubereitung

In einem ausreichend großen Topf Salzwasser mit einer Prise Zucker und einem Spritzer Zitrone zum Kochen bringen. Ein Teelöffel Butter im Kochwasser soll das Aroma verfeinern. Die Spargelstangen lose ins kochende Wasser geben und bei schwacher Hitze circa 15 Minuten garen. Die genaue Zeit richtet sich nach der Dicke der Stangen. Grüner Spargel braucht nicht so lange. Er kann auch gut kurz in der Pfanne angebraten werden.

Beilagen

Puristen genießen Spargel mit zerlassener Butter und neuen Kartoffeln. Wer es üppiger mag, gibt eine Sauce hollandaise über die Stangen und gönnt sich etwas Schinken oder ein paniertes Schnitzel dazu. Brandenburgs Spargelhöfe bieten auch Zander zum Edelgemüse an. Ein Glas Riesling dazu geht immer.

Spargelhöfe

Auf dem Spargelhof Märkerland wurde am Donnerstag der Beginn der Spargelsaison groß gefeiert. Sonst geht es auf dem Hofgelände im Beelitzer Ortsteil Schlunkendorf eher gediegen zu. Der Hofladen liegt direkt an der Verarbeitungshalle. Am Springbrunnen vor der Gartenlaube gibt es bei schönem Wetter Kaffee und Kuchen.

Spargelhof Märkerland Schlunkendorfer Dorfstraße 1a, 14547 Beelitz OT Schlunkendorf, geöffnet tgl. 7–19 Uhr, Tel.: 033 204/341 85, www.spargelhof-maerkerland.de



Der Spargel- und Erlebnishof Klaistow ist mit Scheunenrestaurant, Hofbäckerei, Dekoscheune, aber auch großem Spielplatz und Streichelzoo nicht nur Anlaufpunkt für Familienausflüge, sondern auch für Reisegruppen.

Spargel- und Erlebnishof Klaistow Glindower Str. 28, 14547 Beelitz OT Klaistow, Laden tgl. 9–18, Restaurant täglich 11–20 Uhr, Buffetabende bis 21 Uhr. Tel.: 033 206/6 10 70, www.spargelhof-klaistow.de



In Beelitz hat die Familie Josef Jakobs nach dem Traditionshof in Schäpe den zweiten Spargelhof eröffnet. Es gibt dort eine Tanzscheune, ein Hofrestaurant mit überdachter Terrasse und einen Streichelzoo.

Jakobs-Hof, Kähnsdorfer Weg 1a, 14547 Beelitz, Landladen tgl. 8–20, Jakobs-Stuben 8–22 Uhr, Tel.: 033204/627 27, www.jakobs-hof.de



Abseits der Beelitzer Spargelstraße, bei Brandenburg/Havel, verkauft der Vielfruchthof des Domstifts Mötzow das Edelgemüse. Im alten Schafstall befindet sich heute die Hofgastronomie. Speicher und Stellmacherei wurden zur „Kunstmühle“ umgebaut. Zum Saisonstart gibt es am Sonnabend „Spargel satt“ vom Buffet (18,80 Euro) und eine Vernissage mit Malereien, Fotografien und Karikaturen von drei Brandenburger Künstlern.

Domstiftsgut Mötzow, Gutshof 1, 14778 Beetzseeheide, Laden tgl. 8–19, Restaurant 11–19 Uhr, Tel. 033836/20 80, vielfruchthof.de

Auf den Feldern bei Hopperade (Havelland) will die Familie Rathfelder kommende Woche die Saison eröffnen. Im Hofrestaurant gibt es neben Spargelgerichten Kaffee und Kuchen, im Hofladen zum Spargel passende Produkte wie Schinken, Kartoffeln und Wein.

Spargelland Hoppenrade, Knoblaucher Weg 8 k, 14641 Wustermark OT Hoppenrade, Laden tgl. 8–19, Bistro 10–19 Uhr, Tel.: 033234/ 604 32, www.spargelland-hoppenrade.de

Auch wenn Beelitzer Spargel, der nun auch von der EU als Marke geschützt ist, Feinschmeckern als alternativlos gilt, hat Spargel aus Kremmen inzwischen viele Anhänger. Erstmalig in diesem Jahr wird der Spargelhof Kremmen im Norden Berlins von Beginn der Spargelzeit bis zur Gänsesaison im November durchgehend geöffnet sein.

Spargelhof Kremmen Groß Ziethener Weg 2, 16766 Kremmen, Laden tgl. 8–18, „Stangenwirt“ 11–20, Fr. bis 21, Uhr, Tel: 033 055/20 80, www.spargelhof-kremmen.de