City West

Bausenatorin stellt Pläne für die City West vor

Hochhaus statt Riesenrad: Bausenatorin Katrin Lompscher stellte Bürgern die Pläne für die Brache hinter dem Bahnhof Zoo vor.

Trist, wenig einladend und städtebaulich unzureichend genutzt, das Areal nördlich des Bahnhofs Zoo. Ideen gibt es viele, sogar ein Riesenrad sollte einmal hier gebaut werden. Jetzt soll das Schicksal des Quartiers in einer konzertiertenAktion angegangen werden.

Trist, wenig einladend und städtebaulich unzureichend genutzt, das Areal nördlich des Bahnhofs Zoo. Ideen gibt es viele, sogar ein Riesenrad sollte einmal hier gebaut werden. Jetzt soll das Schicksal des Quartiers in einer konzertiertenAktion angegangen werden.

Foto: Reto Klar

Berlin. Riesenrad, Hochhausquartier, Wissenschaftscampus, BVG-Betriebsbahnhof: Seit Jahren wird um die Nutzung der Brache hinter dem Bahnhof Zoo an der Hertzallee genauso gestritten wie um die Neuordnung des Verkehrs auf der Frontseite, dem Hardenbergplatz.

Ende vergangenen Jahres hat Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) nun die gesamten Planungen an sich gezogen. Wie es im Herzen der City West weiter gehen soll, stellte sie am Mittwochabend im Palazzo Spiegelpalast vor. „Noch im Frühjahr wollen wir dazu den Aufstellungsbeschluss fertig haben“, versprach die Senatorin den rund 200 Bürgern, die der Einladung gefolgt waren.

Der Pavillon steht seit Sommer 2017 auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück, das seit 2007 weitgehend brachliegt – ein gut gewählter Ort also, um zu veranschaulichen, dass an dieser Stelle etwas geschehen muss. In dieser ersten von mehreren Standortkonferenzen ging es dabei am Mittwoch zunächst um den Bereich nördlich der Hertzallee. Der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), sagte, in dem Bereich wäre auch eine höhere Dichte durch mehr Hochhäuser vorstellbar, die Bezirksverordnetenversammlung sei tendenziell dafür.

30-stöckiges Hochhaus an der Hertzallee geplant

Den Besuchern der Konferenz wurden zunächst die vorhandenen Konzepte für das Areal präsentiert. Den Kern des nun neu zu ordnenden Gevierts zwischen S-Bahntrasse, Hertzallee und Müller-Breslau-Straße bildet das freie Grundstück, auf dem ein Investor lange Zeit ein Riesenrad geplant hatte. Das Areal gehört inzwischen dem Münchener Immobilienunternehmen Reiß & Co. „Wir wollen einen Nutzungsmix aus Büros, einem Gästehaus für die Universität, einem Hotel und studentischem Wohnen“, erläuterte Projektentwickler Oliver Reiß.

Der Entwickler beplant sein Grundstück in Abstimmung mit der Technischen Universität (TU) Berlin. Vorgesehen sind insgesamt sechs Gebäudeblöcke, von denen einer ein 30-stöckiges Hochhaus direkt an der Hertzallee sein soll. Dieser Turm soll etwas niedriger sein als die Hochhäuser Upper West und Waldorf Astoria am Breitscheidplatz, die jeweils 119 Meter messen.

Beim Publikum stießen die Pläne auf Zustimmung

Die Universität bekommt zudem auf dem nördlichen Teil des Geländes an der Müller-Breslau-Straße ein neues Gebäude für die Mathematik und ein neues Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation.

Das Busdepot soll in Richtung der Bahntrasse verschoben werden. Vorgesehen ist ein Grundstückstausch zwischen der BVG und dem Entwickler Reiß. Letzterer tritt einen Teil des Riesenrad-Grundstücks an die BVG ab und bekommt im Gegenzug die Flächen des heutigen Busparkplatzes.

Beim Publikum stießen die Pläne überwiegend auf Zustimmung. Wichtig sei aber, dass keine zusätzlichen Verkehrsprobleme entstünden und auch preiswerte Studentenunterkünfte entstehen, so die meistgenannten Einwendungen.

Pikant am Rande: Senatorin Lompscher monierte, dass kein Vertreter der BVG zu der Veranstaltung gekommen war – und drohte mit einer Rüge.

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