Senats-Studie

Berliner werden immer sportlicher

Die Berliner sind laut einer Senats-Studie sportlich unterwegs. Der Bedarf an neuen Sportplätzen und Hallen ist entsprechend riesig.

In Berlin treiben immer mehr Menschen Sport (Archiv)

In Berlin treiben immer mehr Menschen Sport (Archiv)

Foto: Sven Darmer

Die Senatssportverwaltung hat die Berliner erstmals seit 2006 in einer großen Studie zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten befragt. Fast 63.000 Menschen wurden angeschrieben, rund jeder vierte hat die Fragebögen ausgefüllt. Sportstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) stellte am Mittwoch die wichtigsten Ergebnisse der Studie vor

Berlin gehört zu den sport- und bewegungsaktivsten Städten Deutschlands

Es treiben wesentlich mehr Berliner Sport als vor zwölf Jahren. Aus der aktuellen Studie geht hervor, dass 83 Prozent aller Befragten Sport treiben oder sich zumindest in der Freizeit bewegen. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten nehme Berlin damit eine der Spitzenpositionen ein, so Gaebler. Die Untersuchung benutzt einen weitgefassten Sportbegriff, sodass alle Formen von sportlicher Aktivität berücksichtigt werden konnten: 45 Prozent der Berliner geben an, bewegungsaktiv zu sein. Dazu zählen etwa Spazierengehen oder gemütliches Fahrradfahren.

38 Prozent bezeichnen sich als sportaktiv. Sie treiben Sport im Verein oder gehen etwa schwimmen oder joggen im Park. Seit 2006 hat Berlin 500.000 Sportler dazugewonnen. Das entspricht einer Steigerung von elf Prozent. Dieses Phänomen erklärte Gabriele Freytag, Referatsleiterin für Sportentwicklung: "Immer mehr Menschen möchten ihre Gesundheit steigern und ihr persönliches Befinden verbessern. Das prägt ihren Lebensstil", so die Sportökonomin. Zudem sei die Stadt gewachsen.

Radfahren ist die beliebteste Bewegungsform

Von 180 Sport- und Bewegungsformen, die in der Studie genannt wurden, ist das Radfahren (16,5 Prozent) die beliebteste Bewegungsform der Berliner. Es folgen Laufen/Joggen (11,3 Prozent), Schwimmen (neun), Fitness (7,9) und Wandern (fünf Prozent). Die begehrteste Sportart ist Fußball, das betreiben 3,4 Prozent der Berliner.

Durchschnittlich 4,3 Stunden pro Woche für Sport- und Bewegung

Berliner, die sich als sportaktiv bezeichnen, wenden mehr Zeit für ihre Aktivitäten auf, 4,8 Stunden pro Woche, als bewegungsaktive Berliner (3,6 Stunden). Beide Gruppen sind am liebsten in der Natur aktiv. Die Straßen Berlins werden ebenso gerne für sportliche Aktivitäten genutzt. Das Fitnesscenter liegt auf Platz drei, gefolgt von der Sporthalle und dem Zuhause.

Männer und Frauen treiben gleich viel Sport

Aus der Studie geht hervor, dass ebenso viele Männer wie Frauen Sport treiben. Männer sind im Durchschnitt aber eine Stunde länger in der Woche sport- oder bewegungsaktiv als Frauen. Jedoch zeigen beide Geschlechter unterschiedliche Interessen bei den Bewegungsformen. Fußball wird eher von Berlinern bevorzugt, Berlinerinnen tendieren zu Gymnastik und Yoga.

Mehr Investitionen in Modernisierungen von Sporthallen, Sportplätzen und Bädern

Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Modernisierung von städtischen Sporthallen, Sportplätzen und Bädern. Auch Investitionen in den Ausbau von wohnortnahen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowie der Neubau von sicheren Radwegen ist ihnen sehr wichtig. 87 Prozent gaben an, in ihrer Wohnumgebung Grünanlagen für den Sport nutzen zu können. Nur 66 Prozent finden indes Sporthallen oder Sportplätze in ihrem Wohnumfeld.

Den zusätzlichen Bedarf bezifferte Gaebler auf 73 Sportplätze und 140 Sporthallen, berechnet auf einzelne Felder. Zwei Drittel des Hallenbedarfs könnten über Schulneubauten abgedeckt werden. Für die Sanierung bestehender Anlagen stünden den Bezirken pro Jahr 18 Millionen Euro zur Verfügung, sagte der Staatssekretär. Die Summe sei verdoppelt worden.

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