Neue Studie

In Berlin steigen die Immobilienpreise weltweit am stärksten

Berlin vor Hongkong, Paris oder London: 2017 legten die Preise im Vergleich zum Vorjahr um satte 20,5 Prozent zu, so eine neue Studie.

Berlin liegt beim Preisanstieg  deutlich vor weltweit insgesamt 150 untersuchten Metropolen

Berlin liegt beim Preisanstieg deutlich vor weltweit insgesamt 150 untersuchten Metropolen

Foto: pa

Der Trend ist seit Langem bekannt. Doch dass die Entwicklung auf dem Berliner Immobilienmarkt auch weltweit deutlich hervorsticht, ist durchaus überraschend und sorgt für Aufmerksamkeit in den internationalen Medien. So berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe, dass die Immobilienpreise nirgends auf dem Globus so stark steigen wie in Berlin. Der prozentuale Sprung von 2016 auf 2017 liege bei 20,5 Prozent, schreibt das britische Blatt unter Berufung auf eine aktuelle Studie "Global Residential Cities Index" des Beratungsunternehmens Knight Frank.

Tatsächlich ist Berlin laut Studie unter den 150 untersuchten Städten weltweit die einzige, in der Angebotspreise für Wohnimmobilien aufgerufen werden, die mehr als 20 Prozent über denen des Vorjahres liegen. Im Jahr zuvor hatten noch zwölf Städte, die meisten davon in China, über dieser Marke gelegen. "Berlins Aufstieg an die Spitze hat sich seit Jahren abgezeichnet", schreibt der "Guardian" weiter. Die durchschnittlichen Immobilienpreise in der deutschen Hauptstadt seien seit 2004 um mehr als 120 Prozent gestiegen.

Als Erklärung für die enormen Preissprünge in Berlin führt die Studie vor allem das starke Bevölkerungswachstum, die stabile Wirtschaftslage, die niedrigen Arbeitslosenzahlen und ein "robustes Interesse" ausländischer Käufer an, die ihr Kapital in Berliner Immobilien sicher angelegt wähnen. Wie attraktiv der Berliner Immobilienmarkt sei, schreibt der "Guardian", sehe man auch daran, dass US-Milliardär Warren Buffett im vergangenen Monat bei einem Top-Immobilienmakler in der Stadt eingestiegen sei. Dem Vernehmen nach ist der US-Unternehmer über seine Firma Berkshire Ha­thaway Homeservices mit der Rubina Real Estate GmbH, einem Immobilienmakler aus Berlin, eine Kooperation eingegangen.

Das britische Blatt ergänzt weiter, dass der Boom durch billige Kredite angeheizt worden sei, und warnt unter Verweis auf die deutsche Bundesbank vor einer Preisblase, die bald platzen könnte. Im Februar hatte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht geschrieben, dass Immobilien in vielen deutschen Städten mindestens 15 Prozent und in Berlin sogar bis zu 35 Prozent überteuert sein könnten.

Allerdings konstatiert das Blatt auch, dass Berlin für Käufer aus London oder New York auch nach Jahren des Preisanstieges von jährlich rund zehn Prozent weiterhin günstig sei. Wohnungen in den besten Teilen der deutschen Hauptstadt erzielten nach wie vor nur etwa ein Drittel des Preises von gleichwertigen Immobilien in London. Laut Knight-Frank-Tabelle liegt auf Platz zwei der Städte mit der größten Preissteigerung im Jahr Izmir (Türkei) mit 18,5 Prozent. Auf Platz drei folgt Reykjavik, (Island,) mit 16,6 Prozent.

Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

In keiner Großstadt Deutschlands sind die Mieten für Normalverdiener so unerschwinglich wie in Berlin. Zwischen 2012 und 2016 sind die Mieten in Berlin um 20% gestiegen - Platz 8 im deutschlandweiten Städteranking.
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