Wohnpreise in Berlin

Steigende Mieten: 170 Initiativen rufen zur Großdemo auf

Mehr als 170 Initiativen und Gewerkschaften rufen zu einer Kundgebung gegen steigende Mieten am nächsten Sonnabend auf.

Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

In keiner Großstadt Deutschlands sind die Mieten für Normalverdiener so unerschwinglich wie in Berlin. Zwischen 2012 und 2016 sind die Mieten in Berlin um 20% gestiegen - Platz 8 im deutschlandweiten Städteranking.
Mo, 07.08.2017, 09.07 Uhr

Mieten: Berlin ist für Normalverdiener kaum noch bezahlbar

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Berlin erwartet in der kommenden Woche die wohl größte Demonstration gegen steigende Mieten und Wohnspekulation. Mehr als 170 Initiativen, Vereine und Verbände rufen zu einer Kundgebung am kommenden Sonnabend, 14. April, auf. Die Demonstration startet um 14 Uhr am Potsdamer Platz, führt durch Mitte und Kreuzberg und endet in der Schöneberger Goebenstraße. Die Demonstration wird durch Aktionstage an verschiedenen Orten der Stadt in der Woche vorbereitet.

"Es ist beeindruckend, welche Dynamik die Vorbereitung der Demonstration entwickelt hat", heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Der Aufruf wurde von zahlreichen Miet- und Kiezinitiativen unterstützt, aber auch von Gewerkschaften und Berufsverbänden, wie der Dienstleistungsgesellschaft Verdi, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und dem republikanischen Anwälteverein.

Initiatoren wollen landeseigene WOhnungsbaugesellschaften sozial ausrichten

"In den letzten Jahren haben sich immer mehr Mieter zusammengeschlossen, um sich gegen Mieterhöhungen durch Modernisierungen, den Verkauf ihres Haus an einen Investor, Zwangsräumungen oder die Verdrängung des kleinen Ladens nebenan zu wehren", heißt es in der Erklärung weiter. Täglich melden sich den Angaben zufolge neue Unterstützer für den Aufruf.

Die Initiatoren fordern eine soziale Ausrichtung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und richten sich gegen börsennotierte Wohnungsunternehmen, wie die Deutsche Wohnen, deren Mieter sich immer wieder über das Geschäftsgebaren des Unternehmens beschweren. "Jetzt werden all diese Gruppen den Druck erhöhen und ein gemeinsames Signal senden: Wir sind die Stadt."

Nach der jüngsten Wohnstudie der Caritas vom Januar dieses Jahres sehen 61 Prozent der Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch steigende Mieten gefährdet. Jeder zweite Mieter befürchtet, sich seine Wohnung innerhalb der kommenden zwei Jahre nicht mehr leisten zu können, und sogar vier von fünf Befragten (79 Prozent) gaben die Sorge an, durch steigende Mieten künftig in Armut zu geraten.

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