Konflikte

Madrid kritisiert Barley: "Unglückliche Aussagen"

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) im Bundestag.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) im Bundestag.

Foto: dpa

Sevilla. Der Fall des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont droht zu einer Belastungsprobe für die deutsch-spanischen Beziehungen zu werden. Der spanische Außenminister Alfonso Dastis kritisierte am Samstag das Lob von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) für die deutsche Justiz als "unglückliche Aussagen".

"Wir glauben, dass Kommentare zu Entscheidungen von Richtern zu diesem Zeitpunkt nicht passend sind", sagte Dastis vor Journalisten im südspanischen Sevilla am Rande des Parteitags der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Barley hatte zuvor das Vorgehen des Oberlandesgerichts Schleswig begrüßt, das zur Freilassung des katalanischen Separatistenführers aus der Haftanstalt in Neumünster führte. Das Gericht hatte den spanischen Hauptvorwurf der Rebellion fallengelassen und Puigdemont unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

"Die Entscheidung der Richter in Schleswig ist absolut richtig. Ich habe sie so erwartet", sagte Barley der "Süddeutschen Zeitung". Spanien müsse nun darlegen, warum sich Puigdemont einer Untreue schuldig gemacht haben soll: "Das wird nicht einfach sein", sagte die SPD-Politikerin.

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