Sonnenbrillen und Co.

Zehn Trends zum Frühlingsanfang in Berlin

Runde Sonnenbrillen, Drachenfruchteis und viel Grün. Die Berliner Morgenpost hat die Trends für die warme Jahreszeit aufgespürt.

Die Berliner zieht es jetzt wieder ins Grüne. Mit Sonnenbrille und Decke ist man auch am Abend auf dem Tempelhofer Feld noch gut gerüstet

Die Berliner zieht es jetzt wieder ins Grüne. Mit Sonnenbrille und Decke ist man auch am Abend auf dem Tempelhofer Feld noch gut gerüstet

Foto: iStock

berlin. Ein bisschen riecht es schon nach Sommer. Mehr als 20 Grad sagen die Meteorologen für dieses Wochenende voraus. Doch was macht dieses Frühjahr in Berlin so besonders? Die Berliner Morgenpost nennt zehn Frühlingstrends.

Was der Frühlingsbeginn für Berliner bedeutet
Was der Frühlingsbeginn für Berliner bedeutet



1 Hurra, es darf wieder offiziell geflankt werden! Das bedeutet nichts anderes, als dass man seine baren Knöchel in Turnschuhen, Sandalen oder Slippern zeigen darf. Es ist eine dieser wahnsinnig kreativen Wortschöpfungen aus zwei zusammengesetzten englischen Vokabeln, nämlich „flashing“ (hervorblitzen) und „ankle“ (Fußknöchel). Knöchel sind in diesem Frühjahr das neue Dekolleté und lösen damit die Schulter in dieser Funktion ab. Dringend davon abzuraten ist, seine Socken in der Sandale oder in Pumps zu tragen. Wer das macht, gehört zu den armen und bemitleidenswerten Modeopfern dieser Welt.


2 Als Modefarbe des Frühlings nennt Designer Michael Michalsky Pink, manch einer seiner Kollegen neigt zu Ultraviolett. Mit floralen Mustern kann sich auch niemand blamieren.


3 Friseure holen für Männer einen Trendschnitt der Vergangenheit aus der Kiste: Der Messerschnitt feiert ein Comeback, berichtet der Friseur Willi Decker aus Hamburg. „Der ist ideal für den angesagten Herrenschnitt im Stil der 30er-Jahre, der besonders präzise geschnitten werden muss.“ Für den Star-Friseur Udo Walz sind „blondierte Spitzen sehr angesagt, ebenso Grautönungen, die das natürliche Grau lebendiger und ausdrucksstärker machen“. Ebenfalls in Mode bleibt der Bart. „Neben den klassischen Varianten ist jetzt vor allem der Sieben-Tage-Bart gefragt“, so Decker. Für die Damen ist in diesem Frühling ein Long Bob die Frisur der Wahl. Praktischerweise passt diese lange Version des klassischen Bobs zu feinen und zu dicken Haaren, er passt auch zu Lockenköpfen. Er kann variabel getragen werden: gerade, fransig gestuft, mit oder ohne Pony.

4 Sonnenbrillen müssen diese Saison vor allem rund sein – ein Trend, der sich seit letztem Jahr nicht geändert hat. Das zeigt sich zum Beispiel bei „Sunglass Hut“ am Kurfürstendamm. Dazu kommen Feinheiten wie Verspiegelung, Doppelbrücken und sogenannte Flat Linsen, die besonders flach sind. Doch all das kann teuer werden. Wer eine hochwertige Brille haben will, die außerdem über UV-Filter und Polarisierung verfügt, muss mit ungefähr 150 Euro rechnen. Besonders beliebt sind bekannte Marken wie Ray-Ban, Persol und Oakley.


5 Die Schnittblume des Frühlings gibt es nicht. Denn grüne Blätter in allen Formen und Varianten seien jetzt angesagt, so Elis Lambert vom Blumen-Designer „Floristik & Art“ an der Müllerstraße. „Das passt gut zu dem Dschungel-Thema, das man ja auch auf T-Shirts und Kleidern sieht.“ Als Ergänzung passe die Ananas – bunt gefärbt als Mini-Frucht oder noch grün gut in das Arrangement. Für die klassischen Frühlingssträuße seien Pfingstrosen und Ranunkeln besonders gefragt, sagt die Floristik-Expertin. Auf Balkon und Terrasse im Kommen: Erd- und sogar Brombeeren als Ampelpflanzen sowie Kräuter in vielen Formen und Geschmacksrichtungen.


6 Bei ihren Freizeitaktivitäten setzen die Berliner in diesem Frühjahr auf Bewährtes. Durch die Gartenanlagen zieht der erste Grilldunst. Mit einem Café oder einem Kaltgetränk vor den Lokalen in der Sonne sitzen, dabei Leute begucken, ein Buch lesen oder mit Freunden plaudern.


7 Sommertanz, Weltenbummler oder Glücksmoment – so nennen sich die begehrten Getränke, die die Gäste im Café Wetterstein in Tegel auf der Terrasse im Sonnenschein genießen können. Mit der fruchtigen Note eine ideale Abwechslung zu Apfelschorle und Co. Der Sonnentanz ist eine Mischung aus Maracuja- und Mandarinensirup, Limettensaft und Wasser, garniert mit Minze und einer Orangenschale. Einen Glücksmoment verspricht das gleichnamige Getränk mit Pfirsich- und Vanillesirup, Limettensaft und Minze, aufgefüllt wahlweise mit stillem Wasser oder Strudel. Beim Weltenbummler dominiert die Farbe Grün: Bei Waldmeister- und Grüner-Apfel-Sirup, Limettensaft und Wasser lässt es sich gut vom nächsten Urlaub träumen.


8 Vor den Eisdielen der Stadt stehen die Berliner wieder Schlange. „Welche Eissorte soll ich bloß wählen?“, fragen sich da viele. Christian Hennig (48), Filialleiter der Eisdiele Eis-Hennig am Tempelhofer Damm, kann helfen: „Der Trend liegt bei den fruchtigen Sorten wie Drachenfrucht oder Mango“, sagt er.


9 Nach Monaten als Einzelkämpfer im Fitnessstudio oder allein mit der Bewegungs-App sind natürlich Aktivitäten im Freien jetzt wieder in – und das am besten in der Gruppe. Das gilt sogar für den Yoga-Trend „Aerial“. Die Übungen werden gelenkschonend in großen Hängetüchern gemacht. Und mit den Yoga-Schlaufen gehen die Trainer jetzt hinaus in die Parks. Baumäste oder Klettergerüste dienen als Aufhängung. Auch die Sportvereine bieten verstärkt Outdoor-Aktivitäten an. „Wir haben einen neuen Kurs, da gehen wir dann mit den Teilnehmern in den Siemens-Park, um den neuen Fitnessparcours zu nutzen“, sagt Jessy Böhm vom SC Siemensstadt. Natürlich werden jetzt auch wieder die Fahrräder geputzt und auf Schäden überprüft. Denn die Berliner lieben nicht nur Radtouren mit der ganzen Familie, sondern nehmen auch immer öfter das Fahrrad statt das Auto, um zur Arbeit zu kommen. Da wundert es wohl kaum, dass auch E-Bikes immer populärer werden. Getriebeschaltungen liegen außerdem im Trend, ersetzen mehr und mehr die bekannte Kettenschaltung. Beliebte Accessoires: Radtaschen mit Klicksystemen, die einem den Transport von mehr als einer Rucksackladung ermöglichen. Der größte Trend ist jedoch, selbst an seinem Rad zu schrauben und zu reparieren. Das ist preisgünstig und macht Spaß.


10 Wem frische Stadtluft nicht reicht, der muss raus aufs Land: Auskenner reisen dazu bis in die Uckermark, Meeresanbeter an die Ostsee. Dabei ist Berlin an seinen Rändern schön. Einmal Wannsee gibt es ab 2,70 Euro bei der BVG, inklusive Fähre nach Kladow. Oder lieber eine Seilbahnfahrt? Die Gärten der Welt in Marzahn können jetzt wieder überflogen werden. Wer über Nacht draußen bleiben will, kann auch zelten gehen: Der Campingplatz Gatow zum Beispiel ist schon wieder geöffnet.